FILMARCHIV
 
UNERHÖRT! Musikfilmfestival 2014 – TEIL II

 

ELEKTRO MOSKVA

Elena Tikhonova, Dominik Spritzendorfer I AT I 2013
Filmischer Essay über das letzte Jahrhundert (post-)sowjetischer „Elektrogeschichte“. Von Theremin, dem „russischen Edison“. Über die Space-Ära der 1960er-Jahre. Und die Massenproduktion von Synthesizern in den frühen 1980er-Jahren als Abfallprodukt der Militärindustrie. Bis zur aktuellen elektronischen Musikszene Russlands, die das Erbe recycelt, neu interpretiert und in eine ungewisse Zukunft führt: „On a western device, you push a button and get a result. On a Soviet instrument, you push a button and get something.“
 
 

FUCK THE ATLANTIC OCEAN

AT I 2014
Ein Duo: SWEET SWEET MOON. Aus Österreich. Jenseits der Musikindustrie. Fett im Netz. Fanbase in Südamerika. Selbstorganisierte Tour durch Argentinien und Chile, begleitet von einem Kollektiv popkulturell enthusiasmierter Filmemacher und Photographen aus Wien.
 
 

MACHINEKISS

Johannes Ehmann, Alexander König I D I 2014
Die Musik des Produzententrios HOMEWRECKERS – von Abstract Funk bis Detroit Techno – findet Bilderwelten aus der jungen Geschichte bewegter Computer-Grafik. Das visuelle Material stammt aus dem Bilderfundus zu PARALLELE I-IV, Harun Farockis letzter Installationsarbeit. Diesen Fundus hatte er den Musikern zur freien Verfügung überlassen.
 
 

MONDE

Ursula Mihelic I AT I 2014
Zwei Töchter porträtieren zwei Väter mit den Mitteln des Films und der Musik. Der Vater der Komponistin hört nicht mehr. Der Vater der Filmemacherin ist verstummt. Experimentelle Auseinandersetzung mit einer Männergeneration, mit einem Beziehungsmuster und mit dem Anspruch, mit Hilfe schöpferischer Verfahren Resonanzräume für Individualität zu öffnen.
 

RISE UP

Luciano Blotta I USA ARG I 2009
Drei, die aufsteigen wollen im umkämpften Musikgeschäft von Kingston. Kemoy, die naive Stimme vom Land, weiß gar nicht, wie gut sie singt. Turbulence, Hauptstadt-Ghetto-Kid, singt für andere Verhältnisse. Dagegen Ice: Möchtegern-Gangster aus besseren Kreisen hat Dancehall-Ambitionen – Blick auf die hinteren Reihen der Reggae-Szene, der mehr über Jamaicas Musik und seine Gesellschaft in Erfahrung bringt, als die Aufmerksamkeit auf diejenigen, die sowieso schon im Rampenlicht stehen.
 
 

SINGLE – EINE SCHALLPLATTE WIRD PRODUZIERT

Harun Farocki I BRD I 1979
In Memoriam Harun Farocki. Harun Farockis einziger Film über Musik: Wie ein Disco-Stück zusammengesetzt wird. Einerseits diejenigen, deren Vorstellungen umzusetzen sind. Andererseits die angeheuerten Musiker. Phrasen in der Kommunikation wie in der Musik. Wiederholungen. Die Kamera beobachtet. Sachlich. Zweimal stellt Farocki einfache Fragen, einmal ist er dabei zu sehen. Ein Fließband als Bildhintergrund für den Abspann: Popkultur-Industrie bei der Arbeit.
 
 

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