10
Jun
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UNERHÖRT! 2010 steht in den Startlöchern!
Festivaltermin: 2. - 5. Dezember in Hamburg und Kooperationen mit Berlin Music Week und Reeperbahn Festival im September
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Wir sind glücklich, Euch auch in diesem Jahr großartige Musikfilme präsentieren zu können!

Wer sind wir, was machen wir, was treibt uns an?



Mehr geile Musikfilme auf der großen Leinwand! Das ist seit 2006 das Motto einer Gruppe von Hamburger und Berliner Film- und Musik-Nerds, die ausserdem Spezialisten für Musikfilme sind.

Dabei geht es immer um das gesellschaftliche Phänomen Musik in all seinen Facetten. In diesem Sinn umspannt der Musikfilm viele Filmgenres, so dass UNERHÖRT! neben Musikdokumentationen auch fiktionale Stoffe, Biopics, Konzertfilme, Musikvideos und Musicals zeigt.

Unser Anspruch ist es, großartige Musikfilme, die oftmals viel zu schnell aus dem Blickfeld verschwinden, im Kino zu zeigen. Der Fokus liegt dabei auf nationalen und internationalen Filmen jenseits des Mainstream und Nachwuchsproduktionen.

Unsere Filmauswahl bietet Begegnungen mit LEGENDS, Filmen über große Namen, die es trotzdem zu selten auf die Leinwand schaffen. Aktuelle Produktionen, die wir als Premiere zeigen oder die z.B. nach Festivalpremiere nicht mehr im Kino gezeigt werden, präsentieren wir als SPOTLIGHTS. Und für diejenigen, die sich gerne überraschen lassen und das Ungewöhnliche lieben, öffnen wir die Kategorie BRIC-A-BRAC: eine Wundertüte an Filmen, die eine Mischung aus no-budget, Nische, bizarr, unbekannt und manchmal undefinierbar sind, jedoch immer das UNERHÖRT! Siegel der Qualität verdienen.

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Unsere Hauptplatform ist das jährliche UNERHÖRT! Musikfilmfestival in Hamburg, das sich als Treffpunkt für Musik- und Film-Fans, Filmemacher, Musiker etc. aus Deutschland und der ganzen Welt versteht. Hier führen wir Gleichgesinnte zusammen und bieten neben den handverlesenen Filmen ein Forum für intensiven persönlichen Austausch.


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02
Mai
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Katja Ruge auf den Spuren von Joy Division Sänger Ian Curtis - Ausstellung fotoreportage23 – in search of ian curtis
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Am 18. Mai 1980 nahm sich Ian Curtis das Leben. Die von seiner Persönlichkeit und seiner Geschichte mit Joy Division ausstrahlende Faszination ist ungebrochen.

Auf dem 2. UNERHÖRT! Musikfilmfestival 2008 hatten wir die Gelegenheit, die Dokumentation "Joy Division" von Grant Gee zu zeigen, in der Weggefährten und Zeitzeugen ein bewegendes Bild der Geschichte der Band und vom Leben und Leiden des Ian Curtis zeichneten.

Allen, die sich für Ian Curtis, Joy Division, die Musikszene in Manchester etc. interessieren, möchten wir eine wunderbare Ausstellung der Hamburger Fotografin Katja Ruge ans Herz legen, die zu Ehren des 30. Todestages von Ian Curtis vom 18. Mai an in Hamburg läuft. Die Ausstellung wird ergänzt durch mehrere spannende Veranstaltungen wie Konzerte und Clubabende. Den folgenden Text haben wir der Pressemitteilung entnommen.

Katja Ruge auf den Spuren von Joy Divison Sänger Ian Curtis

Hamburger Fotografin Katja Ruge zeigt anlässlich Ian Curtisʼ 30. Todestag ihr Fotoprojekt
„fotoreportage23 – in search of ian curtis “
ab 19.05. in der kulturreich Galerie Hamburg


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Ian Curtis war 23 Jahre alt als er starb. Der Sänger der Band Joy Division hinterließ ein beachtliches musikalisches und textlich poetisches Werk. Das kurze und tragische Leben von Ian Curtis beeinflusste die Musikwelt nachhaltig bis heute. Der Suizid des Sängers im Mai 1980 beendete das Kapitel Joy Division abrupt und aus der Band wurde New Order, bis heute eine der bekanntesten englischen Bands.


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03
Mar
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WEST COAST THEORY - Vom Beat zum Hip-Hop
- Ein Film von Maxime Giffard und Félix Tissier

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Anlässlich der deutschen DVD-Veröffentlichung von „West Coast Theory“ wollen wir den beim letzten UNERHÖRT! Musikfilmfestival Im Dezember 2009 zum besten Musikfilm 2009 gekürten Film ausführlicher vorstellen.

Maxime Giffards und Félix Tissiers Dokumentation porträtiert die Keyplayer der kalifornischen Hiphop-Szene, erklärt die Entstehung des berühmten G-Funk-Sounds und führt durch die Studios der einschlägigen Produzenten. Tiefergelegte Autos, spärlich bekleidete Frauen, mächtiger Bass, dauerbekiffte Gangsta-Rapper – kaum eine Szene arbeitet mit so vielen Klischees wie der West Coast Hiphop.

In der Begrüfnung der UNERHÖRT! Jury heißt es: „West Coast Theory“ gelingt das Kunststück, gleichzeitig analytisch und emotional einen Blick hinter die Kulissen dieser Industrie zu werfen. Der Film glorifiziert nicht sondern argumentiert auf der Höhe der popkulturellen Entwicklung. Der Film geht nicht nur intelligent mit seinem Objekt um, die Macher wissen auch die filmischen Mittel einzusetzen: insbesondere der Musik-Schnitt ist außergewöhnlich.“

Traumstadt Los Angeles, Traumland Kalifornien. Heimat des West Coast Hip-Hop. Superstars wie 2 Pac, Dr. Dre, 50Cent oder Snoop Dogg eroberten von Los Angeles aus mit G-Funk die ganze Welt und sind heute Idole für Millionen



West Coast Theory – vom Beat zum Hip-Hop ist eine packende Reise durch die kalifornische Hip-Hop-Welt zwischen Live Rap-Sessions, Funk, Sonne, Palmen und Egomanen. Am Beispiel der Hip-Hop Szene von Los Angeles dokumentiert der Film, wie deren G-Funk Sound entsteht und welche Umwälzungen und Entwicklungen durch die digitale Revolution in der gesamten Hip-Hop-Szene vorgehen.


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27
Feb
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Symposium „The Art of Music Education“ – Web 2.0-Strategien für Kultureinrichtungen
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Ich hatte gestern die Gelegenheit, am 3.Tag des internationalen Fachsymposiums zur Musikvermittlung an Konzerthäusern „The Art of Music Education – Creating Mindsets for Concerthalls“ einige Vorträge zum Thema Web 2.0-Strategien für Kultureinrichtungen zu besuchen. Das Symposium wurde von der Körber-Stiftung und der Elbphilharmonie veranstaltet und fand in den wunderbaren Räumen des KörberForums in der Hafencity statt. Moderiert wurde es von der mitreißenden Andrea Thilo, Filmproduzentin aus Berlin.

Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Frage, wie Jugendliche für klassische Musik begeistert werden können.

Diesem Leitthema folgend wurden in den Web 2.0-Panels einige hochinteressante Beispiele vorgestellt, wie es gelingen kann, neue Zielgruppen über die Neuen Medien anzusprechen und zu beteiligen sowie innovative Kulturkonzepte umzusetzen.

Mark Miller, selbst Künstler, kuratiert die Jugendprogramme der Tate Britain, gebündelt unter der Marke „Young Tate“. Die altehrwürdige Tate hat sich ohnehin längst als moderne Kultureinrichtung neu erfunden und besticht mit ihrem umfassenden Branding- und Marketingkonzept. Ich persönlich schätze den Tate Video Channel und den TateShots Blog sehr und gehe niemals ohne einen der wunderbaren Tate-Stoffbeutel aus dem Museumsshop.

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Young Tate geht in Richtung der angepeilten Zielgruppe der Jugendlichen interessante neue Wege: Mark Miller berichtete eindrucksvoll von Projekten wie dem jährlichen „Loud Tate“-Event, durch die Jugendliche in die Tate "gelockt", eingebunden und auch zum eigenen künstlerischen Ausdruck angeregt werden. Musik ist dabei eines der wichtigsten Marketing Tools für die Ansprache. Offline und Online-Aktivitäten werden zielorientiert kombiniert. Außerordentlich wichtig ist Mark Miller das Thema Diversity: Jugendliche aus allen multikulturellen Lebenswelten sollen einbezogen werden.

http://www.tate.org.uk/youngtate/

Ein weiteres überzeugendes Best Practice-Beispiel stellte Paul Dujardin vor, der Generaldirektor des Brüsseler Zentrums der schönen Künste, BOZAR. Unter der Dachmarke BOZAR bietet das Zentrum als „Kerngeschäft“ klassische Konzerte und Kunstausstellungen an. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Filmarchiv betrieben, aus dem vielfältige Filmevents gespeist werden.

BOZAR steuert seine Öffentlichkeitsarbeit stark in Eigenregie, betreibt Blogs, einen YouTube-Kanal sowie das eigene Radiostudio BOZAR Broadcast.

Paul Dujardin berichtete u.a. am Beispiel des Festivals China@BOZAR, wie durch Web 2.0 die internationale Vernetzung und Aufmerksamkeit gesteigert und chinesische Künstler, die nicht nach Brüssel kommen konnten, online bei Veranstaltungen präsent waren.

http://www.bozar.be/activity.php?id=9356&lng=en

Last but not least stellte Frank Tentler, Berater für Social Web Strategy aus Oberhausen, ein außerordentlich erfolgreiches Projekt für die Duisburger Symphoniker vor. Hier gelang es, durch den Ausbau der Website, die Etablierung eines Blogs und Facebook-Accounts (der von einem Musiker betrieben wird) sowie den Einsatz von Twitter die Wahrnehmung des Orchesters nachhaltig zu erhöhen und neue Zielgruppen, insbesondere Jugendliche für das Orchester und die Konzerte zu begeistern.

http://www.dacapo-dp.de/

Da ich den twitternden Duisburger Symphonikern fast von Anfang an auf Twitter gefolgt bin, habe ich Frank Tentlers – leider nur kurzen - Erfahrungsbericht begeistert verfolgt, wie übrigens die meisten Teilnehmer, auch wenn an meinem Tisch recht skeptische Mienen zu beobachten waren, insbesondere zu Twitter. Dass sogar Operndiva Anna Netrebko nach einem Konzert unbedingt twittern wollte und ein Foto von sich verbreiten ließ, konnte da vielleicht ein Stück Überzeugungsarbeit leisten.

http://franktentler.com/

Abschließend wurde engagiert diskutiert, u.a. welche Bedeutung der Einsatz der Neuen Medien in Zukunft haben wird, welche Trends sich abzeichnen (Umgang mit user generated content), wie die Vermarktung einer Kulturinstitution durch Web 2.0 immer stärker selbst gesteuert werden kann.

Frank Tentler unterstrich, dass es zukünftig immer wichtiger sein werde, das Kulturschaffende ihre eigenen, einzigartigen Geschichten schreiben und dadurch affine Zielgruppen anziehen werden. Neue Medien sind dabei als on top zu den „klassischen“ zu verstehen, es geht nicht um „entweder oder“ sondern um einen intelligenten Mix, zielgruppen- und ergebnisorientiert.

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(links: Paul Dujardin/rechts: Frank Tentler)

Frank Tentler ist übrigens auch einer der Organisatoren der im vorigen Jahr sehr erfolgreich gelaunchten stARTconference, die dieses Jahr vom 8. – 10. September in Duisburg stattfindet. Die stART hat sich auf die Fahnen geschrieben, über aktuelle Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten von Social Media im Kulturbereich zu informieren, Wissen und Anregungen für den konkreten Einsatz zu vermitteln sowie Austausch und Vernetzung der Teilnehmer zu fördern.

http://www.startconference.org/

Christine Enterlein
10
Dez
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Was bleibt nach dem Tode? Oder: Die Auferstehung ostdeutscher Musikkultur
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„Was bleibt nach dem Tode?“, fragt die ehemalige Ost-Band Stern Combo Meißen in ihrem Disco-Film 'Kampf um den Südpol'. Oder anders gefragt: Was bleibt nach dem Mauerfall?

Die Antwort ist einfach: die Auferstehung der ostdeutschen Musikkultur. Und diese wurde zum zwanzigsten Jubiläum des Berliner Mauerfalls mit einem einzigartigen Programm im Rahmen des UNERHÖRT! Musikfilmfestivals Hamburg vom 3. – 6.12. zelebriert. Neben Highlights wie der DEFA-Disco-Filmreihe wartete das Festival mit einem geballten Porträt ostdeutscher Musikfilmkultur auf, die im Westen für Furore sorgen wird. Ergänzt wird dies um Dokumentationen aus westdeutscher Perspektive.

In 'Achtung! Wir Kommen' (Regie: Karl G. Hardt) untermalt brachialer Gitarrensound zwanzig Jahre Popgeschichte unter den sich wandelnden Bedingungen der Wiedervereinigung. Es darf auch gelacht werden, wenn die Musiker von Blind Passengers, Die Skeptiker, Sandow und Feeling B versuchen, die durch den Mauerfall bedingte „Eskalation der Möglichkeiten“ zu verkraften.

Auch Claudia Lehmanns 'Hans im Glück' porträtiert die Zusammenstöße des musikalischen Individuums mit der Vor- und Nachwendezeit. Mit Charme und Ironie folgt der Film dem Musiker Hans Narva, u.a. Sänger/Bassist bei den Hands Up Excitement (die bei UNERHÖRT! auch live dabei sind) sowohl in den „Prenzl'berg Underground“ als auch in die Abgründe seiner Existenz.

"Ich schlafe mit jemandem, wenn es mir Spaß macht. Ich nenne einen Eckenpinkler Eckenpinkler. Ich bin die, die bei den Tornados rausgeflogen ist. Ich heiße Sunny." Provokant zeigt der DEFA-Klassiker 'Solo Sunny' von Konrad Wolf das Leben der eigenwilligen Schlagersängerin Sunny aus Ost-Berlin und die Organisation des Pop im sozialistischen Alltag.

Wer sich für die wahren Begebenheiten hinter dem bekannten DEFA-Film interessiert, kann Sunny in Alexandra Czoks Dokumentation 'Solo für Sanije' von einer anderen, ernüchternden Seite kennenlernen.

Eine besondere Rarität ist die Reihe der DEFA-Disco-Filme. Die als Musikclips, Kunstfilm-Miniaturen oder Kurz-Dokus verwendeten Disco-Filme greifen sämtliche Genres von Schlager über Rock bis Jazz auf und zeigen uns die ästhetischen Vorstellungen des Pops in der DDR und einer sich auch im Sozialismus ankündigenden Musikvideokultur. Bei Discofilmen über Günther Fischer, Manfred Krug, Floh de Cologne, Elektra, Modern Soul und Rugby oder City schlagen die Herzen aller Retro-Fans garantiert höher.

Einen westlichen Kontrast bietet Birgit Herdlitschkes Porträt des Frontmannes der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld in 'Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld'. Bargeld verkörpert eine der schillerndsten Figuren des deutschen Post-Punks. Doch nicht nur er kommt zu Wort, auch einige seiner prominenten Wegbegleiter wie z.B. Nick Cave und seine Mutter äußern sich.

Um den Westberliner Post-Punk dreht sich ebenfalls alles in 'Okay Okay - Der Moderne Tanz' von Christoph Dreher. Als Meilenstein des Experimentalfilms gefeiert, gehen postpunkige Stadtansichten, Aufnahmen aus dem legendären Kreuzberger SO36 und die Musik von Chrome, PIL, Residents oder Pere Ubu ineinander über.


Wir danken unserer Gastautorin Kathrin Raczek, freie Journalistin, Hamburg.


Bei UNERHÖRT! on tour in Berlin laufen



„Hans im Glück“ & Konzert der Band Hands Up Excitement
10.12., 21 Uhr Eiszeit Kino

- in Anwesenheit der Regisseurin Claudia Lehmann, Hans Narva und Band

„Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“
13.12., 18.15 Uhr Eiszeit Kino

- in Anwesenheit der Regisseurin Birgit Herdlitschke