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Dez
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Interview mit der Filmemacherin Birgit Herdlitschke
- u.a. über ihre Dokumentation „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“
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Zunächst einige Fragen zu Dir, Birgit. Wie ist Dein Werdegang?


Ich habe bis Ende der 80er Jahre in (West)Berlin Publizistik, Englisch und Spanisch studiert und dann 5 Jahre für MTV Europe gearbeitet - erst in Berlin, dann in London.

Ab 1995 war ich feste freie Autorin im Team von Friedrich Küppersbusch für die Sendungen „ZAK“ und „Privatfernsehen“ (WDR/ARD).

Bei arte war ich von 1998 - 2004 als Redaktionsleiterin für die Musiksendung „Tracks“ verantwortlich und habe daneben als freie Filmemacherin gearbeitet. Seit 2005 bin ich als selbständige Autorin und Filmemacherin tätig, vor allem für arte.

Was hat Dich bewogen, Filmemacherin zu werden?


Der Zufall. Ich trieb in den 80ern durch das Berliner (Nacht)Leben, bis mich eine Freundin fragte, ob ich Lust auf ein Praktikum in einer TV-Produktionsfirma hätte, die u.a. für MTV Europe arbeitet. Nach einer Woche Praktikum wusste ich: Das ist es. Musik und Bilder zu verknüpfen, dazu noch Künstler interviewen - Bingo!

Hast Du als Filmemacherin so etwas wie eine „Mission“?


Eine „Mission“ habe ich nicht. Ich finde vor allem Menschen spannend. Sperrige Menschen, die eine Vision haben und etwas kreieren.

Was sind die Themenschwerpunkte Deiner filmischen Arbeit?


1. Künstler zu portraitieren
2. Spannende Geschichten über Popkultur zu erzählen (wie bei „Welcome to the 80s“ im Sommer 2009 auf arte).

Bei UNERHÖRT! zeigst Du Dein Musikerportrait „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“. Wie kam es zu diesem Film?


Wenig romantisch: Weil mich der Produzent gefragt hat, ob ich ein Portrait über Blixa machen möchte. Und Blixa scheint mich zu verfolgen: 1989 habe ich mein allererstes Interview überhaupt mit ihm geführt.

Und im Jahr 2000 hatte ich bereits einen Film über die Neubauten gemacht ("Seele brennt", der auch auf DVD erhältlich ist.).

Blixa ist also so etwas wie mein "Lifebuddy" als Interviewpartner. Und: Blixa zu interviewen bleibt eine Herausforderung. Weil es immer wieder schwierig ist.

Was fasziniert Dich an Blixa Bargeld?


Seine Sperrigkeit. Und viele Neubauten-Songs (besonders aus den 80s) gehören für mich zur besten Musik, die aus Deutschland kam/kommt.

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Wie bist Du mit ihm zurechtgekommen, wie lief es während der Dreharbeiten?


Wie oben gesagt - ich kannte ihn ja schon länger. Ich hatte das Gefühl, er vertraut mir (soweit Blixa überhaupt jemandem mit einer Kamera vertraut).

Szenen wie der Besuch bei seiner Mutter hätte er, glaube ich, bei jemanden, den er nicht kennt, nicht zugelassen. Also: Es lief super während des Drehs; vor allem in San Francisco war er total reizend und gastfreundlich.
Außer beim Autofahren - Blixa ist ein noch schlimmerer Beifahrer als ich -; das war lustig, wie er mich nörgelnd durch die Straßen von San Francisco gelotst hat wink .

Welches waren - im Rückblick auf die Entstehung des Films - die Höhen und Tiefen?


Die Höhen waren der Besuch bei Blixas Mama. Und das japanische Mittagessen in San Francisco - köstlich (und off camera...)!

Leider gab es auch Tiefen, und zwar die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma.

Worauf bist Du stolz, wenn Du den fertigen Film jetzt mit etwas Distanz betrachtest?


Ich bin nie auf irgendetwas richtig stolz, sehe immer nur die Fehler. Da halte ich es mit Blixa: Unzufrieden bin ich immer. Das treibt einen ja auch an.

Wie erlebst Du die Reaktionen der Zuschauer?


Da der Film in erster Linie im TV lief (auf arte), leider gar nicht direkt. Bin gespannt auf die Kino-Vorführung beim UNERHÖRT! Musikfilmfestival.

Hat sich Blixa Bargeld zu dem Film geäußert?


Ich glaube, er findet ihn ok. Direktes Feedback hat er mir natürlich nie gegeben. Er wäre auch nicht Blixa, hätte er das getan.

Gibt es ein neues Projekt?


Ich drehe gerade ein Portrait über die Fotografin Nan Goldin für arte, das wahrscheinlich im März 2010 fertig wird.

Abschließend noch eine Frage in eigener Sache: Was hältst Du von UNERHÖRT!?


Weiß nicht, war noch nicht da - bin aber sehr gespannt auf das Festival und finde die Idee eines Musikfilmfestivals auf jeden Fall super!


Birgit, ich freue mich sehr auf Deinen Film bei UNERHÖRT! und bedanke mich für das Gespräch!

Christine Enterlein


Einen Ausschnitt aus dem Film „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“ und weitere Arbeitsproben von Birgit Herdlitschke finden Sie unter
http://www.partnersincrime-film.de


Auf dem UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg läuft „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“ am Samstag, 5.12. um 19.30 Uhr im 3001 Kino statt. In Berlin am 13.12. um 18.15 Uhr im Eiszeit Kino. Birgit Herdlitschke wird anwesend sein und freut sich auf die Q&A-Session mit den Zuschauern.



Posted by Christine on 04.12.2009 at 09:57 Uhr
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