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Jul
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NACH DER MUSIK - Ein Dokumentarfilm von Igor Heitzmann

Dieser sehr persönliche Film eines Sohnes über den für ihn lange fast fremden Vater, den Dirigenten Otmar Suitner, zeichnet auch das Bild eines Lebens zwischen Ost und West, zwischen BRD und DDR.
NACH DER MUSIK ist ein Glücksfall von einem Film über Musik: Er bietet die seltene Innen-Perspektive, ist ein Gemeinschaftswerk von Porträtiertem und Regisseur auf Augenhöhe - und damit etwas entschieden Anderes als das in Portraits verbreitete hierarchisierte Frage-und-Antwort-Spiel.
Und obwohl hier ein unehelicher Sohn einen berühmten Vater befragt, verschont uns der Film mit subjektivistischen Exzessen: Jede intime Information - und davon gibt es hier einige - reichert den Stoff an, akzentuiert ihn wie in einem Spielfilm. Generell spiegelt sich in der handwerklich sorgfältigen Regie von NACH DER MUSIK ein angemessenes Verhältnis zum "Untersuchungsgegenstand" wider.
Ein Glücksfall war NACH DER MUSIK gerade für den Nachwuchswettbewerb von UNERHÖRT! 2008, weil der Film wunderbar zeigt, dass sich junge Filmemacher keineswegs ausschließlich populären Themen widmen, Vorerwartungen bricht und Überraschung garantiert.
Auch passt NACH DER MUSIK hervorragend zu einer zentralen Überzeugung der UNERHÖRT! Mannschaft: Ein guter Musik-Film weist über sein eigentliches Thema hinaus und erzählt von den Umständen, denen die betrachtete Musik ihre Entstehung verdankt, automatisch mit. Musik - wie jede Kunst, wie jede menschliche Hervorbringung - ist eben immer auch als Dokument über größere Zusammenhänge lesbar, ist immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse.
Wir erfahren es auch unmittelbar aus berufenem Munde: Otmar Suitner selbst erklärt, ein Dirigent müsse ein Orchester mit den Augen führen! Viel prägnanter lässt sich das Credo von UNERHÖRT! – „Wir wollen Musik sehen und Filme hören!“ - nicht bestätigen.
In Zukunft werden wir an dieser Stelle, in diesem Blog, mehr solcher Statements präsentieren!
NACH DER MUSIK hatte übrigens die beste Quote bei unserer Publikumsbefragung: 90% der Zuschauer gaben ihm die Bestnote. Dass er bei der Vergabe des PUBLIKUMSPREISES 2008 dennoch leer ausging, lag wohl daran, dass der Erwartungseffekt ("wo Nachwuchs draufsteht, muss zeitgenössische Hipness drin sein") dazu führte, dass an einem frühen Sonntagabend nicht genug interessierte Zuschauer den Weg ins B-Movie fanden. Jetzt aber können alle Film- und Musikbegeisterten, die diesen absolut sehens- und hörenswerten Film letztes Jahr verpassten, ein außergewöhnliches Kino-Erlebnis nachholen!
In Berlin läuft der Film in mehreren Kinos (http://www.kino.de/kinofilm/nach-der-musik/108389.html); in Hamburg ab 2. Juli im Abaton Kino (http://www.abaton.de) und voraussichtlich ab 9. Juli in München.
Bitte vormerken:
24. Juni, 19.30 Uhr, Abaton Kino, Hamburg
Preview-Aufführung mit anschließendem Filmgespräch
Weitere Infos, u.a. der Trailer unter www.nachdermusik.de
Stefan und ein bisschen Christine
Posted by Christine on 18.05.2009 at 19:21 Uhr
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