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Rocksteady - The Roots of Reggae
Buena Vista Social Club goes Jamaica
Buena Vista Social Club goes Jamaica
Rita Marley beschreibt diese Epoche ganz treffend: “Reggae is nice, but if you go back to the days of Ska and Rocksteady, you find more rhythm and skirt twirling and you enjoy the music more. Boys and girls danced together. Nowadays, if you go to a party, you hardly find a boy and girl dancing. You see everyone dancing by themselves and it’s a whole different thing. During the Rocksteady era, people were having more fun than today. It was more loving and warm.”
Vor 1966 hörte man Ska auf Jamaika;, die Lieder handelten vom Tanzen und der Liebe. Doch eine unbestätigte, aber schöne Geschichte besagt, dass der soziale Umbruch und nicht zuletzt die unsägliche Hitze dieses Sommers andere Lied-Texte und vor allem einen wesentlich langsameren Rhythmus verlangten: Das Tanzen war mit dem gemächlicheren Beat weniger anstrengend und die erhitzten Gemüter sollten abgekühlt werden.
Gesangtrios wurden populär – ‘The Uniques’, ‘The Paragons’ oder die ‘Techniques’ sind wohl die Bekanntesten unter ihnen. Songs wie ‘You Don´t Love Me (No, No, No)’, ‘The Tide Is High’ oder ‘Rivers Of Babylon’ – um nur einige zu nennen – traten ihre erfolgreiche Reise an und wurden weltbekannt. Kaum eine andere Musik-Ära hat in in einer solchen Kürze der Zeit eine derart große Fülle an Hits hervorgebracht. Allein das macht Rocksteady bedeutend für die Musikgeschichte und so werden diese zwei kurzen Jahre von vielen Fans auch als goldene Ära bezeichnet.
Grund genug für den in der Schweiz lebenden Stascha Bader, Regisseur des Films "Rocksteady – The Roots Of Reggae", dieser Zeit einen eigenständigen Dokumentarfilm zu widmen.
Als 1985 in L.A. der erste Grammy im Reggae-Genre verliehen wurde, nahm Baders Geschichte ihren Lauf: Der Musikstil wurde populärer und damit zum Mainstream. "Je stärker sich der Reggae verbreitete, desto mehr schrumpfte mein Interesse an dieser Musik", sagt Stascha Bader. "Ich begann mich zu fragen, wie meine Liebe zum Reggae damals überhaupt entstehen konnte." Also machte sich der einstige Fan auf die Suche nach den Wurzeln seiner verflossenen Liebe und fand dabei einen Schatz, der schon fast in Vergessenheit geraten war: den Rocksteady.
Er reiste durch Jamaika, London, New York und Montréal, um die Stars von damals ausfindig zu machen. "Es war ein Schock für mich, als ich herausfinden musste, dass die meisten von ihnen bereits verstorben waren." Dem Regisseur wurde klar, dass es keine Zeit mehr zu verlieren gab, um wenigstens einen Teil der goldenen Zeit des Rocksteady filmisch festzuhalten. Die Filmarbeiten zu seiner Dokumentation begannen.
Bader trommelte alle noch lebenden Künstler im April 2008 in den Tuff Gong Studios in Kingston zusammen und zeichnete mit ihnen den gleichnamigen Soundtrack zum Film auf, der seit Ende August in den Plattenläden liegt und auf dem Label Moll-Selekta erschienen ist.
Die Dokumentation "Rocksteady – The Roots Of Reggae" zeigt natürlich nicht nur diese Studio-Aufnahmen. Komplettiert wird der Film mit Ausschnitten eines Live-Events dieser All Star-Riege, das im Zuge eines Reunion-Konzerts in Kingston stattfand. Dazu gibt es allerlei an altem Original-Filmmaterial, durch das die Dokumentation gelungen abgerundet wird.
Der versierte Musik-Doku-Kenner merkt sehr schnell, dass die Machart des Films stark an ‘Buena Vista Social Club’ von Wim Wenders erinnert – dem wohl bekanntesten Musik-Streifen der letzten Jahre. Aber das tut der Qualität von Baders Dokumentation nicht wirklich einen Abbruch: Auch wenn die Idee nicht neu ist, so ist sein Werk doch eine absolut sehenswerte und liebevolle Hommage an eine fast vergessene Ära der Musikgeschichte und ihre Protagonisten.
"Rocksteady – The Roots Of Reggae" läuft beim UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg am 4. Dezember 2009 um 20 Uhr im Abaton Kino.
„Rocksteady – The Roots Of Reggae“, CH/CASchweiz, Kanada 2009, 90 Min., 35 mm., Regie: Stascha Bader, Kamera: Piotr Jaxa, Schnitt: Teresa De Luca, Mathieu Grondin, Produktion: Robert Boulos, Valentin Greutert, Betty Palik,Legendary Singers & Musicians: Dawn Penn, Derrick Morgan, Hopeton Lewis, Judy Mowatt, Ken Boothe, Leroy Sibble, Marcia Griffiths, Stranger Cole, U-Roy, The Tamlins u.v.a..
Kinostart in der Schweiz: 26.11.2009, Schweizer Verleih: filmcopi.
Wir bedanken uns bei unserer Gastautorin Anja Borschberg für diesen Text, der - in anderer Fassung - im uptown strut Magazin Ausgabe 4 (Herbst/Winter 2009) erschienen ist.
http://verlag.b9space.de/uptown-strut/aktuelle-ausgabe/
Posted by Christine on 16.11.2009 at 17:19 Uhr



