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"Wir kennen das Leben. Wir sind im Kino gewesen."
Und hier noch ein paar grundlegende Ergänzungen zur Frage, warum ich/wir dieses Festival machen wollen und müssen:Wir wollten ein kleines Festival ins Leben rufen, das nicht primär ein Profitgenerator wird, sondern das sich in seiner Funktion als Schaufenster fürs Kino als Partner und Fürsprecher der Künstler einbringt. So wichtig wie die Hinwendung zum und die Ausrichtung auf das Publikum ist, so essentiell ist uns auch die Interaktion der Filmemacher, die oft mit geringsten Mitteln ihre Herzensthemen verfilmt haben.
Wir wollen zeigen, warum bestimmte Werke gut sind, warum sie Förderung verdient haben, warum es sinnvoll ist, manche Filmemacher und Musiker zu unterstützen. Das Festival als Ort der Reflexion, wo über die klassischen intellektuellen Mittel der Negation und Historizität gute Filme, echte Schätze und immergültige Wahrheiten gefunden und präsentiert werden.
Ein Festival wird immer wieder mit einem Museum verglichen und gerne in Abgrenzung zum Kommerz des sonstigen Kinobetriebs gestellt. Dies ist uns nicht so wichtig. Spannender finden wir, ein einzigartiges Festival zu machen, dessen Veranstaltungen außergewöhnlich sind und so im Gedächtnis des Publikums bleiben. Wir wollen die Filme nicht nur „ausstellen“, wir wollen sie auch kommentieren und bestärken und so ein Glied in der Vermittlungskette werden. Unser Festival soll auch ein Bildersturm und eine Erfahrungswelt sein, die auch einen kulturellen (politischen?) Auftrag erfüllen kann.
Die drei wichtigsten Parameter für unser Festival sind:
- der gesellschaftliche Kontext,
- das Festivalprogramm und
- das Budget.
Erst das richtige Zusammenspiel dieser drei Faktoren lassen UNERHÖRT! zu einer gelungenen Initiative werden.
Auch wenn gerade das dritte Element eher nicht vorhanden ist, wollen wir uns auch nicht heldenhaft in der Außenseiter-/Underground-Rolle ergehen und uns dem Vertriebssystem entziehen. Im Gegenteil: Der „Suchkopfraketen-Auftrag des Festivals“ (J.-P. Rehm, FIDMARSEILLE), den wir auch für uns proklamieren, verengt unsere Perspektive nicht auf die bloße Programmplanung als Aneinanderreihung von Filmen, sondern wir nehmen die ökonomischen Restriktionen und suchen Wege, unser Gesamtkonzept als harmonisches Ganzes wahrnehmbar zu machen und in das System der Film- und Musikwirtschaft zu integrieren. Das Internet spielt da eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige, wenn es um den medialen und mentalen Eventcharakter unseres Festivals geht.
"Wir kennen das Leben. Wir sind im Kino gewesen." („Grauschleier“, Fehlfarben)
Ralf
Posted by Christine on 09.05.2009 at 20:58 Uhr




