Die “Besten Musikfilme 2016”
Mali Blues & Girl Power
Zum 10. Mal wurde beim UNERHÖRT! Musikfilm Festival der Preis für den „UNERHÖRT! Besten Musikfilm 2016“ vergeben. Die Filme „Mali Blues“ und „Girl Power“ wurden heute gleichermaßen von der Jury im Hamburger East Hotel Kino ausgezeichnet.

In der Begründung von der Jury heißt es: „Wir haben uns entschieden, den Preis für den Besten Film des Unerhört Festivals 2016 ex aequo an die beiden Filme GIRL POWER und MALI BLUES zu vergeben.

MALI BLUES erzählt die Geschichte der malischen Musikerin Fatoumata Diawara, die als junge Frau Mali verlassen und in Europa Karriere gemacht hat. Sie kommt Heute nach Mali zurück und trifft sich mit anderen Stars der malischen Musikszene. Höhepunkt des Films ist ein gemeinsamer Auftritt bei einem großen Musikfestival im Norden des Landes - in einer Region, die 2012 von radikalen Dschidhadisten überfallen und besetzt worden war. In dieser Zeit war jede Form kulturellen Lebens praktisch unterbunden, Musik war verboten, Künstler wurden verfolgt, misshandelt und bedroht. 2013 wurden die großen Städte im Norden befreit, aber die Bedrohung durch die Terroristen ist bis heute keinesfalls gebannt. Insofern ist dieses Konzert für die Künstler im Film vor allem ein Akt großer Zivilcourage und ein starkes Statement für das Recht auf Kultur und auf ein selbstbestimmtes kulturelles Leben. Der Film setzt diesen Musikern ein lebendiges Denkmal, elegant und genau erzählt, in großen, faszinierenden Kinobildern und getragen von wunderbarer Musik. Das Anschauen macht eine große Freude. Am kommenden Donnerstag startet der Film bundesweit in den Kinos und wir wünschen ihm 1 Million Zuschauer!

GIRL POWER ist ein Film über eine junge Frau aus Prag, die sich mit Haut und Haaren ihrer Kunstform verschrieben hat, und zwar ist sie illegale Graffiti-Sprayerin seit sie 15 Jahre alt war, und dieser Kunst hat sie nach und nach und immer kompromissloser ihr ganzes Leben gewidmet. Und genauso besessen und kompromisslos, wie sie ihre Graffitikunst betreibt, hat sie die vergangenen 10 Jahre ihres Lebens investiert, und hat, ohne Budget und ohne filmische Vorbildung, einen Film über die weltweite Sprayer-Szene hergestellt, und vor allem über die Rolle von Frauen in dieser vollständig von Männern dominierten Welt. Sie ist dafür rund um die Welt gereist, hat Kopf und Kragen riskiert, hat viele Ikonen der Sprayer-Szene getroffen. Und es ist ihr gelungen einen Film zu machen, der uns wirklich fasziniert und gefesselt hat, dem es gelingt, ihre maßlose Liebe zu ihrer Kunst in packende Filmsprache zu übersetzen. Jetzt wissen wir plötzlich ganz viel über eine Welt, über die wir vorher praktisch gar nichts wussten, aber vor allem sind wir begeistert von dieser jungen Frau, die als Künstlerin unaufhaltsam ist, mit einem großen Talent und unglaublicher Energie gesegnet, und wir sind gespannt auf ihre nächste Arbeit, sei es auf einem U-Bahnwaggon oder auf der Kinoleinwand.“

Die Fachjury bestand dieses Jahr aus Maike Mia Höhne (Filmemacherin und Kuratorin der Berlinale Shorts), Milena Fessmann (Music Supervisor und Moderatorin) und Peter Preisser (Mitglied im Vergabegremium der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein). Sie wählte aus 17 der beim UNERHÖRT! Musikfilm Festival gezeigten Filme ihre Favoriten. Der Film Junun und die Performance „In the Audio-Visual Maze – A Guided Tour for Movie“ liefen außer Konkurrenz.

Ralf Schulze, Leiter des UNERHÖRT! Musikfilm Festivals Hamburg, kommentiert: „Jedes Jahr werden unzählige, großartige Musikfilme gedreht, von denen es die meisten nicht auf Kino-Leinwand ihre Wirkung entfalten können. Das zu ändern, ist seit zehn Jahren der Anspruch des UNERHÖRT! Musikfilm Festivals. Die Auszeichnung des besten Musikfilms 2016 soll dabei helfen, diesem Genre eine größere Aufmerksamkeit zu verleihen und natürlich die Preisträger angemessen zu honorieren.“ Programmmacher Stephan Pethke ergänzt: „Es war sehr spannend, den Gesprächen vor und nach den Filmen zu lauschen, denn alle Filme regten sowohl die Jury als auch das Publikum zu interessanten Gesprächen an. Wir freuen uns, den Anspruch der Filmemacher zu unterstützen, ihre Themen in die Welt zu tragen.“
Mali Blues & Girl Power gewinnen den Preis “UNERHÖRT! Beste Musikfilme 2016”
Zum 10. Mal wurde beim UNERHÖRT! Musikfilm Festival der Preis für den „UNERHÖRT! Besten Musikfilm 2016“ vergeben. Die Filme „Mali Blues“ und „Girl Power“ wurden heute gleichermaßen von der Jury im Hamburger East Hotel Kino ausgezeichnet.

In der Begründung von der Jury heißt es: „Wir haben uns entschieden, den Preis für den Besten Film des Unerhört Festivals 2016 ex aequo an die beiden Filme GIRL POWER und MALI BLUES zu vergeben.

MALI BLUES erzählt die Geschichte der malischen Musikerin Fatoumata Diawara, die als junge Frau Mali verlassen und in Europa Karriere gemacht hat. Sie kommt Heute nach Mali zurück und trifft sich mit anderen Stars der malischen Musikszene. Höhepunkt des Films ist ein gemeinsamer Auftritt bei einem großen Musikfestival im Norden des Landes - in einer Region, die 2012 von radikalen Dschidhadisten überfallen und besetzt worden war. In dieser Zeit war jede Form kulturellen Lebens praktisch unterbunden, Musik war verboten, Künstler wurden verfolgt, misshandelt und bedroht. 2013 wurden die großen Städte im Norden befreit, aber die Bedrohung durch die Terroristen ist bis heute keinesfalls gebannt. Insofern ist dieses Konzert für die Künstler im Film vor allem ein Akt großer Zivilcourage und ein starkes Statement für das Recht auf Kultur und auf ein selbstbestimmtes kulturelles Leben. Der Film setzt diesen Musikern ein lebendiges Denkmal, elegant und genau erzählt, in großen, faszinierenden Kinobildern und getragen von wunderbarer Musik. Das Anschauen macht eine große Freude. Am kommenden Donnerstag startet der Film bundesweit in den Kinos und wir wünschen ihm 1 Million Zuschauer!

GIRL POWER ist ein Film über eine junge Frau aus Prag, die sich mit Haut und Haaren ihrer Kunstform verschrieben hat, und zwar ist sie illegale Graffiti-Sprayerin seit sie 15 Jahre alt war, und dieser Kunst hat sie nach und nach und immer kompromissloser ihr ganzes Leben gewidmet. Und genauso besessen und kompromisslos, wie sie ihre Graffitikunst betreibt, hat sie die vergangenen 10 Jahre ihres Lebens investiert, und hat, ohne Budget und ohne filmische Vorbildung, einen Film über die weltweite Sprayer-Szene hergestellt, und vor allem über die Rolle von Frauen in dieser vollständig von Männern dominierten Welt. Sie ist dafür rund um die Welt gereist, hat Kopf und Kragen riskiert, hat viele Ikonen der Sprayer-Szene getroffen. Und es ist ihr gelungen einen Film zu machen, der uns wirklich fasziniert und gefesselt hat, dem es gelingt, ihre maßlose Liebe zu ihrer Kunst in packende Filmsprache zu übersetzen. Jetzt wissen wir plötzlich ganz viel über eine Welt, über die wir vorher praktisch gar nichts wussten, aber vor allem sind wir begeistert von dieser jungen Frau, die als Künstlerin unaufhaltsam ist, mit einem großen Talent und unglaublicher Energie gesegnet, und wir sind gespannt auf ihre nächste Arbeit, sei es auf einem U-Bahnwaggon oder auf der Kinoleinwand.“

Die Fachjury bestand dieses Jahr aus Maike Mia Höhne (Filmemacherin und Kuratorin der Berlinale Shorts), Milena Fessmann (Music Supervisor und Moderatorin) und Peter Preisser (Mitglied im Vergabegremium der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein). Sie wählte aus 17 der beim UNERHÖRT! Musikfilm Festival gezeigten Filme ihre Favoriten. Der Film Junun und die Performance „In the Audio-Visual Maze – A Guided Tour for Movie“ liefen außer Konkurrenz.

Ralf Schulze, Leiter des UNERHÖRT! Musikfilm Festivals Hamburg, kommentiert: „Jedes Jahr werden unzählige, großartige Musikfilme gedreht, von denen es die meisten nicht auf Kino-Leinwand ihre Wirkung entfalten können. Das zu ändern, ist seit zehn Jahren der Anspruch des UNERHÖRT! Musikfilm Festivals. Die Auszeichnung des besten Musikfilms 2016 soll dabei helfen, diesem Genre eine größere Aufmerksamkeit zu verleihen und natürlich die Preisträger angemessen zu honorieren.“ Programmmacher Stephan Pethke ergänzt: „Es war sehr spannend, den Gesprächen vor und nach den Filmen zu lauschen, denn alle Filme regten sowohl die Jury als auch das Publikum zu interessanten Gesprächen an. Wir freuen uns, den Anspruch der Filmemacher zu unterstützen, ihre Themen in die Welt zu tragen.“
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2015
ANDANTE CON MOTO - Dieter Schnebel im Portrait
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18 Filme an 4 Tagen und 3 Orten liegen hinter uns. Wir haben es wieder sehr genossen, mit Filmemachern, Gästen und Publikum in dieser kalten Zeit wahre Perlen des Musikfilms zu sehen und darüber auch zu sprechen.
Die diesjährige Jury (Kirsten Herfel, Janina Kriszio und Philipp Hartmann) hat gestern wie folgt entschieden:

Wir möchten uns herzlich bei den Veranstaltern für ein interessantes Filmprogramm bedanken. Wir haben uns entschieden eine besondere Erwähnung neben dem Hauptpreis zu vergeben. Da der Filmmacher anwesend ist, zuerst die Erwähnung auf englisch:

We would like to give a special mention to Francesco di Loreto’s film „Neverending“. A filmic meditation about Damo Suzuki and his travels. It takes the audience on an emotional trip into Suzuki’s music and thinking – dissolving the limitations of space and time.

Und nun zum Hauptpreis:

Auf dem Schreibtisch eine Tafel Ritter Sport, ein Notizblock von der Apotheke und dann die Art wie er seiner Frau in die Jacke hilft – das reicht, um ein einfühlsames wie präzises Bild des Alltags zweier außergewöhnlicher Menschen zu zeigen: des 83jährigen Komponisten und Theologen Dieter Schnebel und seiner Frau Iris.
Dieser Alltag ist geprägt von Schnebels Arbeit an seinem neuen Werk und auch der Krankheit seiner Frau; bemerkenswert ist die zutiefst menschliche Haltung, die für beide Bereiche, Schnebels Leben uns Werk, bestimmend ist.
Ein Werk, das Transzendentes auch im Alltäglichen findet wie z.B. in Kompositionen für 9 Harleys, für rotierende Teller oder einen Dirigenten ohne Orchester.
Die Filmemacherin Susanne Elgeti geht in ihrem Film „Andante con moto“ mit konsequenter Präzision in Dramaturgie und Schnitt vor. Geduldig und genau hinsehend beweist sie eine besondere Sensibilität für das Musikalische und das Menschliche. Ein eigener Blick und unaufdringliche, aber sehr passgenaue Bilder schaffen so Zugänge zum nicht einfachen Feld der Neuen Musik und zu großen philosophischen Begriffen.

UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2014
And the winner is:
ELEKTRO MOSKVA
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14 Filme in 3 Tagen an 2 Orten – das Festival liegt hinter uns.
Wie in jedem Jahr, so wurde auch in diesem der beste Musikfilm des Programms gekürt.


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im Dienst-T-Shirt + Bildhintergrund:
UNERHÖRT!-Programmkoordinator Stefan Pethke;
ansonsten von links nach rechts:
Gerd Roscher, Juliane Reil, Vanessa Weber



So lautet die Begründung der dreiköpfigen UNERHÖRT!-Jury:

"Elf Filme haben uns in diesem Jahr auf eine inspirierende Reise mitgenommen, die uns in unterschiedliche Länder, Epochen und Musikwelten geführt hat.

Einer dieser Filme setzt vor über einem Jahrhundert an und zeichnet die Geschichte der russischen Experimentalelektronik bis in die Gegenwart nach. ELEKTRO MOSKVA ist die Geschichte von unbändiger Kreativität, die durch große Widerstände herausgefordert wird: Technologien, die für die Entwicklung von elektronischen Instrumenten gedacht sind, müssen sich einer staatlich-militärischen Verwertbarkeit beugen, bevor sie für eine kreative Nutzung zurückgewonnen werden können. Heute entdeckt eine junge Subkultur in der elektronischen Musikszene Russlands diese technischen Errungenschaften für sich neu und führt die subversive Klangästhetik ihrer Väter fort.

Elena Tikhonova und Dominik Spritzendorfer legen mit ihrem Film ELEKTRO MOSKVA eine kunstvoll verwobene Komposition aus Archivmaterial und Interviews mit Musikern, Erfindern, Soundbastlern, Verrückten und Genies vor, die durch einen eigenwilligen Off-Kommentar zusammengehalten wird. Gesellschaftliche Zustände und politischen Entwicklungen werden anhand der elektronischen Musikkultur reflektiert. Dabei werden zugleich Bezüge zur sowjetischen Filmgeschichte hergestellt. Bemerkenswert, findet die Jury und vergibt den Preis für den besten Film auf dem Unerhört! Musikfilmfestival 2014 an die Macher von ELEKTRO MOSKVA.

Besonders erwähnen möchten wir neben diesem herausragendem Film die Tour-Dokumentation der Hamburger Punkrock Band „Slime“. Aus der Sicht des langjährigen Tour-Roadies wird in dem Film 1,7 (in Worten: EINS KOMMA SIEBEN) ungeschönt der wenig glamouröse Touralltag einer Band beschrieben, die in die Jahre gekommen ist. Dabei besticht das filmische Tour-Tagebuch besonders durch die lakonische Sprache seines Erzählers.

Einen möglichen Nachwuchspreis würde die Jury an die junge Filmemacherin Marietta Kesting vergeben, die in ihrer Arbeit CASSY - MEDITATIONS ON THE DANCEFLOOR ganz eigene filmische Mittel wählt, um das Portrait einer österreichischen Club-DJ und ihrer Lebenswelt stimmungsvoll herauszuarbeiten.

Darüberhinaus hat sich die Jury insgesamt über die Vielseitigkeit bei der Auswahl der Filme gefreut. Ein Beispiel, das dies aus Sicht der Juroren besonders schön belegt, ist der Film MONDE von Ursula Mihelic und Katharina Klement, der die Ebene des Tons als eigenes gestalterisches Mittel ernstnimmt."
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2013
SAMPLE: NOT FOR SALE
Bester Musikfilm 2013
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Die UNERHÖRT! 2013-Jury und der Preisträger

von links nach rechts: Medienbildungsexpertin Claudia Lemke, Komponist/Sounddesigner Joachim Rudolph, Preisträger Mike Redman, Filmemacherin/Film-Editorin Sandra Trostel
Foto: Faranu



Die UNERHÖRT!-Jury 2013 hat gesprochen. Hier ist das Urteil:

Wir haben in den letzten zwei Tagen hier neun sehr unterschiedliche Filme sehen dürfen. An all diesen Filmen war die Leidenschaft für den jeweiligen Gegenstand der Beobachtung erkennbar, ein Pathos im besten Sinne, eine Sorge, ein ‚dran-Sein’, ein ‚den-Blick-nicht-abwenden-Wollen’. Was bei dieser leidenschaftlichen Beschäftigung passiert, wenn ein vornämlich im Imaginären angesiedeltes Verlangen, wie im Falle von Toms Spicers Verlangen, sein Idol Lars Ullrich (Metallica) zu treffen, auf Gedeih und Verderb ins Reale gehoben werden soll, demonstrierte uns der Film von Kate und William Spicer MISSION TO LARS. Auch in BUEBE GÖ'Z TANZ von Steve Walker kommt ein Zusammenbruch auf dem Weg von einer Idee zu ihrer Realisation vor, und gleich hört man die Zitate aus den Filmen zum Thema der Ideen und des Gedanklichen im Verhältnis zu den Dingen da draußen. „Du kannst so viel denken, wie Du willst,“ sagt ein Bandmitglied aus Ines Pletikos Film HOW WE ENTERED EUROPE - THE SexA CASE, „du wirst da keine Lösung herbeidenken können“. Dies Zitat kommt am Ende des Films, der sehr eindrucksvoll die Erfahrung der Band schildert, die als Gruppe von Zagreb nach Amsterdam zieht und ihre direkte Verstrickung mit dem Zeit- und Weltgeschehen, mit Balkankrieg und holländischer alternativer Szene darstellt. Was hängen bleibt von diesem Film ist der Umgang der Bandmitglieder mit den Komplexitäten ihrer Lebenswelt und die Weigerung gegenüber den Versuchen der anderen, die realen Verstrickungen durch Ideenmanöver aus dem Weg zu räumen.

Bei Viola Rusches und Hauke Harders Film über Alvin Lucier NO IDEAS BUT IN THINGS findet sich die Thematik der Verbindung zwischen dem Himmel der Ideen und dem Boden des Materiellen bereits im Titel. Alvin Lucier rät, vom Material und seiner Expressivität auszugehen. Der Komponist verwahrt sich gegen das romantische Bild eines Künstler-Genies, der sich ‚ausdrückt’. Diese Idee des sich ausdrückenden Künstlers führt wohl oder übel zur Suche nach der ‚Bedeutung’ eines Kunstwerks außerhalb seiner selbst, beispielsweise in der Biographie oder gar in der Psyche des Künstlers selbst. Dass die Absage an eine solche Bedeutungssuche nicht dem Ende der Kunstvermittlung gleichkommt, demonstriert dieser Film eindrücklich.

Vom Traum, als Musiker im Rampenlicht zu stehen und von den "12 Geboten", die auf dem Weg dorthin bedacht werden sollten, erzählt Andreas Steinkoglers WELCOME TO THE MACHINE, und fernab von der Musik ex machina sucht Ulrike Koch in REGILAUL - MUSIK AUS DER LUFT die musikalische Brücke zwischen Himmel und Erde. Um ein Bemühen der Musik ‚von unten’ geht es im Genre des russischen Gansterliedes, dem Blatnjak, den Peter Rippel uns in seinem Film KEIN VERTRAUEN. KEINE ANGST. UM NICHTS BITTEN vorstellt. Fernab von russischen Traditionen versuchen sich die Mitglieder einer jungen mazedonischen Band in Gjorgji Janevskis Film IF NOBODY IS PLAYING daran, untereinander zu klären, wie es für sie mit dem ‚Ausdrücken’ steht und was das gesprochene Wort damit zu tun hat.

Um das gesprochene Wort, um Zitate, um vorgefundenes Material und seine Expressivität geht es auch in Mike Redmans SAMPLE: NOT FOR SALE. Bei diesem Film ist dieses passionierte Drinsein, dieser Pathos wirklich umwerfend. This guy loves this stuff. Unabhängig vom Gedanken der Verwertbarkeit hat Mike Redman sieben Jahre an diesem Film gearbeitet. Das ist Pathos im besten Sinne. Da kann man sich vorstellen, wie er mitten in crates mit zusammen gesammelten Interview- und Filmclips wie ein Wilder sucht, ordnet, sortiert und zusammenmixt. Was dabei rüberkommt, ist kein Plattmachen der Materie von Seiten einfacher Ideen her, sondern eine schillernde Darstellung des sampling im HipHop. Dabei entsteht in einer Geste der Verneigung vor der Musikgeschichte ein Sog, der vom Material ausgeht.

Der Preis für den "UNERHÖRT! Besten Musikfilm 2013 geht an einen Film, der mit großer Leidenschaft in sein Sujet eintaucht. Er behandelt ein Thema, das in 2000 Jahren Kulturgeschichte nach wie vor nicht an Aktualität verloren hat: Das sampling.

An Mike Redmans Film SAMPLE: NOT FOR SALE hat uns beeindruckt, wie akribisch und liebevoll die Einzelteile gesucht, gefunden und zusammengefügt worden sind. Der Film wird dadurch selbst ein audiovisuelles Werk aus samples. Form und Inhalt finden hier zusammen. Wir waren drin und haben uns gefreut. Großartig!

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von links nach rechts: Stammkunde, Mike Redman,
UNERHÖRT!-Leiter Ralf Schulze, Jury-Mitglied Claudia Lemke
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2012
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2012
Der Beste aus elf Filmen
Der Preis für den "UNERHÖRT! Besten Musikfilm 2012" wurde am Sonntag, den 13. Mai 2012 um 21.00 im B-Movie verliehen. Die Gewinner konnten nur ganz kurz vorher informiert werden, denn die Jury tagte bis kurz vor der Preisverleihung.

UNERHÖRT! BESTER MUSIKFILM 2012
Die neu besetzte Fachjury hat aus der Vorauswahl von 11 Filmen der letzten beiden Jahre ihre Favoriten ausgewählt.

Wir freuen uns sehr, dass wir erneut eine sehr kompetente Jury gewinnen konnten. Es handelt sich um

Maren Grimm,
Bernd Schoch,
Stefan Pethke.

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Geehrt wurde in diesem Jahr wieder der/die RegisseurIn, der/die den besten, interessantesten, brisantesten, aktuellsten Musikfilm in den letzten beiden Jahren gemacht hat, unabhängig von Format-/Medienfragen. Die Auswahl der Filme oblag dem Festival, allerdings sind wir natürlich immer auch an zugesendetem Material interessiert, das wir bislang nicht kennen.

Dieser Preis wurde dieses Jahr wieder von der AKRA GmbH, Hamburg gestiftet. Teilnahmebedingungen:
Die eingereichten Filme entstanden zwischen 2009 und 2012, haben eine Mindestlänge von 20 Minuten und als zentrales Thema Musik.