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    <title>UNERHÖRT Filmfestival</title>
    <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php</link>
    <description></description>
    <dc:language>en</dc:language>
    <dc:creator>christine@unerhoert-filmfest.de</dc:creator>
    <dc:rights>Copyright 2010</dc:rights>
    <dc:date>2010-03-03T17:47:17+00:00</dc:date>
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    <item>
      <title>WEST COAST THEORY &#45; Vom Beat zum Hip&#45;Hop
&#45; Ein Film von Maxime Giffard und Félix Tissier</title>
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      <description>Anlässlich der deutschen DVD&#45;Veröffentlichung von „West Coast Theory“ wollen wir den beim letzten UNERHÖRT! Musikfilmfestival Im Dezember 2009 zum besten Musikfilm 2009 gekürten Film ausführlicher vorstellen.

Maxime Giffards und Félix Tissiers Dokumentation porträtiert die Keyplayer der kalifornischen Hiphop&#45;Szene, erklärt die Entstehung des berühmten G&#45;Funk&#45;Sounds und führt durch die Studios der einschlägigen Produzenten. Tiefergelegte Autos, spärlich bekleidete Frauen, mächtiger Bass, dauerbekiffte Gangsta&#45;Rapper – kaum eine Szene arbeitet mit so vielen Klischees wie der West Coast Hiphop.

In der Begrüfnung der UNERHÖRT! Jury heißt es: „West Coast Theory“ gelingt das Kunststück, gleichzeitig analytisch und emotional einen Blick hinter die Kulissen dieser Industrie zu werfen. Der Film glorifiziert nicht sondern argumentiert auf der Höhe der popkulturellen Entwicklung. Der Film geht nicht nur intelligent mit seinem Objekt um, die Macher wissen auch die filmischen Mittel einzusetzen: insbesondere der Musik&#45;Schnitt ist außergewöhnlich.“ 

Traumstadt Los Angeles, Traumland Kalifornien. Heimat des West Coast Hip&#45;Hop. Superstars wie 2 Pac, Dr. Dre, 50Cent oder Snoop Dogg eroberten von Los Angeles aus mit G&#45;Funk die ganze Welt und sind heute Idole für Millionen

West Coast Theory – vom Beat zum Hip&#45;Hop ist eine packende Reise durch die kalifornische Hip&#45;Hop&#45;Welt zwischen Live Rap&#45;Sessions, Funk, Sonne, Palmen und Egomanen. Am Beispiel der Hip&#45;Hop Szene von Los Angeles dokumentiert der Film, wie deren G&#45;Funk Sound entsteht und welche Umwälzungen und Entwicklungen durch die digitale Revolution in der gesamten Hip&#45;Hop&#45;Szene vorgehen.

West Coast Theory – vom Beat zum Hip&#45;Hop ist ein Porträt über die Hip&#45;Hop Musikkultur und einen Lifestyle fern von Bitches, Dope, Hustlern und Bling Bling. Der Film führt hinter die Kulissen des Erfolgs.  Mit Stops bei Mixing&#45;Sessions und Alben&#45;Aufnahmen in legendären Studios als auch bei Underground&#45;Künstlern in deren Homestudios.

Er beschreibt jeden Schritt einer Produktion vom ersten Beat über die Texte und Samples bis zum Hip&#45;Hop&#45;Song. No. 1 Künstler kommen ebenso zu Wort wie Produzenten, Sound Engineers und Studiobesitzer. 

Interviewt werden viele First&#45;Class&#45;Player des kalifornischen Hip Hop&#45;Business wie u.a. Snoop Dog, DJ Muggs, Xzibit, Will I Am, Too $hort, Evidence, Battlecat, Rick Rock uvm., aber auch der IT&#45;Ingenieur, dessen Entwicklung das Sampling ermöglichte. Leicht nachvollziehbar und amüsant erläutern sie, wie der typische West Coast&#45;Sound zustande kommt.

Offen sprechen sie über das, was sie als Geheimnis ihres ganz persönlichen Erfolgs ansehen, was der Unterschied zwischen dem Produzieren in den ersten Tagen des Hip Hop und heute ist, wo ihrer Meinung nach die Qualitätsunterschiede zwischen einem guten und einem schwachen Beat liegen. Und warum Reim nicht gleich Reim ist.

Sie präsentieren ihre ganz individuelle Art zu arbeiten und erzählen, was sich im Hip&#45;Hop&#45;Business durch das Internet und die zunehmende Verfügbarkeit von digitalen Aufnahme&#45;, Mix&#45; und Studioprogrammen wie z.B. ProTools musikalisch geändert hat. 





West Coast Theory  &#45;  vom Beat zum Hip&#45;Hop &#45; ein Musikfilm mit:
Snoop Dogg, The Federation, Too $hort, Trevor Lawrence, Will I Am, Xzibit, Roger Linn, Adam Beilenson &amp; Mike Kerns, Skip Saylor, Allen Sides, Brian “Big Bass” Gardner, Sean Tallman, Boom Boom Room, Jerry Cubbage, Soren Garcia&#45;Rey &amp; Wayne Lyons, Ametron, Kevin Donan, Bruce Forat, Mark Ellis, Alchemist, Battlecat, Blaqthoven &amp; Heatchambers, B&#45;Real, Brevie 1 Shortie, Chali2na, Chase Infinite &amp; Self Scientifik, Christian Olde Wolbers, Defari, Dj Am, Dj Babu &amp; his family, Dj Khalil, Dj Muggs &amp; Angeles Records, Dj Revolution, Dj Rhettmatic, Easy Mo Bee, Egyptian Lover, End 2 End, Eric &quot;Baby Jesus&quot; Coomes, Evidence, Fredwreck, Focus &amp; Aftermath Entertainment, Jelly Roll &amp; Gain Green Records, J&#45;Rocc, Julio G &amp; K&#45;Day Radio, Krondon K.K. &amp; 2nd II None, Leggo, Lil Eazy E, Michael Angelo Saulsberry, Mikal aka Rebel, Mike Elizondo, Mickey Avalon, Rakaa , Rick Rock, Roach, Salaam Wreck.

Über die Filmmacher 
Maxime Giffard, Autor, Co&#45;Regisseur
Nach einem Wirtschafts&#45; und Jurastudium ging Maxime Giffard in die Film&#45; und Musikbranche. Er produzierte u.a. den Score des Films FURIA von Alexandre Aja. Er war dann location manager bei Ajas nächstem Film THE HILLS HAVE EYES (das überaus erfolgreiche Remake des legendären Wes Craven&#45;Klassikers aus den 70ern). In „Hills“ war Maxime übrigens auch das berühmt&#45;berüchtigte „erste Opfer“. Zudem hat Maxime schon für ARTE TV gearbeitet.

Félix Tissier, Co&#45;Regisseur, Art&#45;Director
Graphic Designer Tissier ist der Mann hinter der Website Rap.fr. Dadurch bekam er über die Jahre Kontakte zu einigen der Größen des US&#45;Hip Hop. Er ist der Co&#45;Regisseur von CALIFORNIA CUSTOMS, einer Kurzfilmserie über die berühmte &quot;car culture&quot; von Los Angeles (unter anderem ausgestrahlt auf Game One TV).


Text mit freundlicher Genehmigung von ballhyoo media, Berlin.


VÖ: 26.02.2010 / DVD / MOUNA / ALIVE 
Genre : Hip&#45;Hop Musik Dokumentarfilm
Deutsche Sprachversion / Film und Bonusmaterial in deutscher Sprache
DVD Dokumentarfilm – Gesamlaufzeit ca. 130 Minuten (inkl. Bonusmaterial)

http://www.west&#45;coast&#45;theory.de

http://www.myspace.com/vom&#45;beat&#45;zum&#45;hip&#45;hop

http://twitter.com/westcoasttheory

http://www.facebook.com/pages/West&#45;Coast&#45;Theory&#45;Vom&#45;Beat&#45;zum&#45;Hip&#45;Hop/194418744809?ref=ts

http://www.facebook.com/?ref=home#!/group.php?gid=78434422369&amp;ref=ts</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2010-03-03T17:47:17+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Symposium „The Art of Music Education“ – Web 2.0&#45;Strategien für Kultureinrichtungen</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/symposium_the_art_of_music_education/</link>
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      <description>Ich hatte gestern die Gelegenheit, am 3.Tag des internationalen Fachsymposiums zur Musikvermittlung an Konzerthäusern „The Art of Music Education – Creating Mindsets for Concerthalls“ einige Vorträge zum Thema Web 2.0&#45;Strategien für Kultureinrichtungen zu besuchen. Das Symposium wurde von der Körber&#45;Stiftung und der Elbphilharmonie veranstaltet und fand in den wunderbaren Räumen des KörberForums in der Hafencity statt. Moderiert wurde es von der mitreißenden Andrea Thilo, Filmproduzentin aus Berlin.

Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Frage, wie Jugendliche für klassische Musik begeistert werden können.

Diesem Leitthema folgend wurden in den Web 2.0&#45;Panels einige hochinteressante Beispiele vorgestellt, wie es gelingen kann, neue Zielgruppen über die Neuen Medien anzusprechen und zu beteiligen sowie innovative Kulturkonzepte umzusetzen.

Mark Miller, selbst Künstler, kuratiert die Jugendprogramme der Tate Britain, gebündelt unter der Marke „Young Tate“. Die altehrwürdige Tate hat sich ohnehin längst als moderne Kultureinrichtung neu erfunden und besticht mit ihrem umfassenden Branding&#45; und Marketingkonzept. Ich persönlich schätze den Tate Video Channel und den TateShots Blog sehr und gehe niemals ohne einen der wunderbaren Tate&#45;Stoffbeutel aus dem Museumsshop.



Young Tate geht in Richtung der angepeilten Zielgruppe der Jugendlichen interessante neue Wege: Mark Miller berichtete eindrucksvoll von Projekten wie dem jährlichen „Loud Tate“&#45;Event, durch die Jugendliche in die Tate &quot;gelockt&quot;, eingebunden und auch zum eigenen künstlerischen Ausdruck angeregt werden. Musik ist dabei eines der wichtigsten Marketing Tools für die Ansprache. Offline und Online&#45;Aktivitäten werden zielorientiert kombiniert. Außerordentlich wichtig ist Mark Miller das Thema Diversity: Jugendliche aus allen multikulturellen Lebenswelten sollen einbezogen werden.

http://www.tate.org.uk/youngtate/

Ein weiteres überzeugendes Best Practice&#45;Beispiel stellte Paul Dujardin vor, der Generaldirektor des Brüsseler Zentrums der schönen Künste, BOZAR. Unter der Dachmarke BOZAR bietet das Zentrum als „Kerngeschäft“ klassische Konzerte und Kunstausstellungen an. Darüber hinaus wird ein umfangreiches Filmarchiv betrieben, aus dem vielfältige Filmevents gespeist werden.

BOZAR steuert seine Öffentlichkeitsarbeit stark in Eigenregie, betreibt Blogs, einen YouTube&#45;Kanal sowie das eigene Radiostudio BOZAR Broadcast. 

Paul Dujardin berichtete u.a. am Beispiel des Festivals China@BOZAR, wie durch Web 2.0 die internationale Vernetzung und Aufmerksamkeit gesteigert und chinesische Künstler, die nicht nach Brüssel kommen konnten, online bei Veranstaltungen präsent waren.

http://www.bozar.be/activity.php?id=9356&amp;lng=en

Last but not least stellte Frank Tentler, Berater für Social Web Strategy aus Oberhausen, ein außerordentlich erfolgreiches Projekt für die Duisburger Symphoniker vor. Hier gelang es, durch den Ausbau der Website, die Etablierung eines Blogs und Facebook&#45;Accounts (der von einem Musiker betrieben wird) sowie den Einsatz von Twitter die Wahrnehmung des Orchesters nachhaltig zu erhöhen und neue Zielgruppen, insbesondere Jugendliche für das Orchester und die Konzerte zu begeistern. 

http://www.dacapo&#45;dp.de/

Da ich den twitternden Duisburger Symphonikern fast von Anfang an auf Twitter gefolgt bin, habe ich Frank Tentlers – leider nur kurzen &#45; Erfahrungsbericht begeistert verfolgt, wie übrigens die meisten Teilnehmer, auch wenn an meinem Tisch recht skeptische Mienen zu beobachten waren, insbesondere zu Twitter. Dass sogar Operndiva Anna Netrebko nach einem Konzert unbedingt twittern wollte und ein Foto von sich verbreiten ließ, konnte da vielleicht ein Stück Überzeugungsarbeit leisten.

http://franktentler.com/

Abschließend wurde engagiert diskutiert, u.a. welche Bedeutung der Einsatz der Neuen Medien in Zukunft haben wird, welche Trends sich abzeichnen (Umgang mit user generated content), wie die Vermarktung einer Kulturinstitution durch Web 2.0 immer stärker selbst gesteuert werden kann.

Frank Tentler unterstrich, dass es zukünftig immer wichtiger sein werde, das Kulturschaffende ihre eigenen, einzigartigen Geschichten schreiben und dadurch affine Zielgruppen anziehen werden. Neue Medien sind dabei als on top zu den „klassischen“ zu verstehen, es geht nicht um „entweder oder“ sondern um einen intelligenten Mix, zielgruppen&#45; und ergebnisorientiert.


(links: Paul Dujardin/rechts: Frank Tentler)

Frank Tentler ist übrigens auch einer der Organisatoren der im vorigen Jahr sehr erfolgreich gelaunchten stARTconference, die dieses Jahr vom 8. – 10. September in Duisburg stattfindet. Die stART hat sich auf die Fahnen geschrieben, über aktuelle Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten von Social Media im Kulturbereich zu informieren, Wissen und Anregungen für den konkreten Einsatz zu vermitteln sowie Austausch und Vernetzung der Teilnehmer zu fördern.

http://www.startconference.org/

Christine Enterlein</description>
      <dc:subject>Web 2.0</dc:subject>
      <dc:date>2010-02-27T18:12:28+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Was bleibt nach dem Tode? Oder: Die Auferstehung ostdeutscher Musikkultur</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/was_bleibt_nach_dem_tode/</link>
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      <description>„Was bleibt nach dem Tode?“, fragt die ehemalige Ost&#45;Band Stern Combo Meißen in ihrem Disco&#45;Film &#39;Kampf um den Südpol&#39;. Oder anders gefragt: Was bleibt nach dem Mauerfall?

Die Antwort ist einfach: die Auferstehung der ostdeutschen Musikkultur. Und diese wurde zum zwanzigsten Jubiläum des Berliner Mauerfalls mit einem einzigartigen Programm im Rahmen des UNERHÖRT! Musikfilmfestivals Hamburg vom 3. – 6.12. zelebriert. Neben Highlights wie der DEFA&#45;Disco&#45;Filmreihe wartete das Festival mit einem geballten Porträt ostdeutscher Musikfilmkultur auf, die im Westen für Furore sorgen wird. Ergänzt wird dies um Dokumentationen aus westdeutscher Perspektive.

In &#39;Achtung! Wir Kommen&#39; (Regie: Karl G. Hardt) untermalt brachialer Gitarrensound zwanzig Jahre Popgeschichte unter den sich wandelnden Bedingungen der Wiedervereinigung. Es darf auch gelacht werden, wenn die Musiker von Blind Passengers, Die Skeptiker, Sandow und Feeling B versuchen, die durch den Mauerfall bedingte „Eskalation der Möglichkeiten“ zu verkraften. 

Auch Claudia Lehmanns &#39;Hans im Glück&#39; porträtiert die Zusammenstöße des musikalischen Individuums mit der Vor&#45; und Nachwendezeit. Mit Charme und Ironie folgt der Film dem Musiker Hans Narva, u.a. Sänger/Bassist bei den Hands Up Excitement (die bei UNERHÖRT! auch live dabei sind) sowohl in den „Prenzl&#39;berg Underground“ als auch in die Abgründe seiner Existenz.  

&quot;Ich schlafe mit jemandem, wenn es mir Spaß macht. Ich nenne einen Eckenpinkler Eckenpinkler. Ich bin die, die bei den Tornados rausgeflogen ist. Ich heiße Sunny.&quot; Provokant zeigt der DEFA&#45;Klassiker &#39;Solo Sunny&#39; von Konrad Wolf das Leben der eigenwilligen Schlagersängerin Sunny aus Ost&#45;Berlin und die Organisation des Pop im sozialistischen Alltag. 

Wer sich für die wahren Begebenheiten hinter dem bekannten DEFA&#45;Film interessiert, kann Sunny in Alexandra Czoks Dokumentation &#39;Solo für Sanije&#39;  von einer anderen, ernüchternden Seite kennenlernen.  

Eine besondere Rarität ist die Reihe der DEFA&#45;Disco&#45;Filme. Die als Musikclips, Kunstfilm&#45;Miniaturen oder Kurz&#45;Dokus verwendeten Disco&#45;Filme greifen sämtliche Genres von Schlager über Rock bis Jazz auf und zeigen uns die ästhetischen Vorstellungen des Pops in der DDR und einer sich auch im Sozialismus ankündigenden Musikvideokultur. Bei Discofilmen über Günther Fischer, Manfred Krug, Floh de Cologne, Elektra, Modern Soul und Rugby oder City schlagen die Herzen aller Retro&#45;Fans garantiert höher.   

Einen westlichen Kontrast bietet Birgit Herdlitschkes Porträt des Frontmannes der Einstürzenden Neubauten, Blixa Bargeld in &#39;Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld&#39;. Bargeld verkörpert eine der schillerndsten Figuren des deutschen Post&#45;Punks. Doch nicht nur er kommt zu Wort, auch einige seiner prominenten Wegbegleiter wie z.B. Nick Cave und seine Mutter äußern sich. 

Um den Westberliner Post&#45;Punk dreht sich ebenfalls alles in &#39;Okay Okay &#45; Der Moderne Tanz&#39; von Christoph Dreher. Als Meilenstein des Experimentalfilms gefeiert, gehen postpunkige Stadtansichten, Aufnahmen aus dem legendären Kreuzberger SO36 und die Musik von Chrome, PIL, Residents oder Pere Ubu ineinander über.  


Wir danken unserer Gastautorin Kathrin Raczek, freie Journalistin, Hamburg. 


Bei UNERHÖRT! on tour in Berlin laufen 

„Hans im Glück“ &amp; Konzert der Band Hands Up Excitement
10.12., 21 Uhr Eiszeit Kino
&#45; in Anwesenheit der Regisseurin Claudia Lehmann, Hans Narva und Band

„Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“
13.12., 18.15 Uhr Eiszeit Kino
&#45; in Anwesenheit der Regisseurin Birgit Herdlitschke</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-10T10:50:14+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Martin Hossbach, Spex spricht mit...
&#45; Claudia Lehmann über ihr Musikerportrait &quot;Hans im Glück&quot;</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_claudia_lehmann/</link>
      <guid>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/comments/interview_claudia_lehmann/</guid>
      <description>Worum geht es in »Hans im Glück«?
Es geht um Hans, Ostberliner Urgestein, Musiker, (Lebens&#45;) Künstler, seine Vergangenheit, seine Gegenwart, seine Musik, seine ›Familien‹, seine anstehende Haftstrafe. Ich würde sagen, der Film zeigt einen Ausschnitt aus einem sehr bewegten Leben.

Wie kam es zu der Idee, über Hans Narva einen Film zu machen?
Ich kenne Hans seit Jahren und traf ihn innerhalb der letzten 15 Jahre vielleicht durchschnittlich ein bis zwei Mal im Jahr (jetzt natürlich öfter, wegen des Films und wegen der Musik). Immer wenn er mir von seiner Vergangenheit erzählte, verspürte ich Lust, eine Kamera in die Hand zu nehmen. Was und auch wie er es erzählte, fand ich so unglaublich, gleichzeitig faszinierend und absurd.

Außerdem war und bin ich großer Fan seiner Musik (The Crack&#45;Up Collective beispielsweise ist eine großartige Band), die auch wieder einiges in Zusammenhang mit seinem Leben und seiner Vergangenheit erzählt. Als er alle Bands, mit welchen er zusammengearbeitet hat, zu einem ›Geburtstagskonzert‹ zusammenführte, war das ein willkommener Anlass für mich, diese Dokumentation zu beginnen.

Du spielst mit ihm heute zusammen in einer Band, dem Crack&#45;Up Collective, richtig?
Ja. Ich spiele Melodika und singe. Zuerst bin ich nur eingesprungen als »Hans im Glück« im Wendland lief und danach ein kleines Konzert stattfinden sollte…

Wie oft wird dort, in der neuen Band, Hans’ Vergangenheit thematisiert?
Während der Proben geht es schlicht um die Gegenwart, damit haben wir genug zu tun. 

Wie wichtig waren Narvas Band »Herbst in Peking« in der DDR? Stammst Du aus der DDR?
Ich bin in Hannover geboren und in Franken aufgewachsen. Ich hörte das erste mal aus Hans’ Mund von Herbst in Peking. Also kann ich wenig über die Wichtigkeit der Band in der DDR sagen. Als mir Hans Mitte der Neunziger die erste HIP&#45;Platte schenkte, wurde ich beinahe süchtig; ich hörte sie rauf und runter. Das war eine Mischung aus Rock, sphärischen Klängen, geschichtlichem Matarial, aber auch russischer Tanzmusik – fand ich speziell und toll.



Wie gefällt Hans dein Film?
Hans hat den Film noch nicht gesehen, d.h. einmal bei der Berlinale – nach ein paar Gläsern Wein – schlafend an meiner Schulter. Er sagt, er kann sich nicht erinnern und wollte sich den Film eigentlich auch nie ansehen. Andererseits wird er ständig auf diverse Szenen angesprochen. Mir kommt es vor, als kenne er den Film schon ganz gut…


Der Film &quot;Hans im Glück&quot; wird beim UNERHÖRT! Musikfilmfestival in Hamburg am 5.12. um 19 Uhr im Haus II&amp;70 gezeigt; im Anschluß gibt es ein Konzert von Hans Narvas Band Hands Up Excitement, in der auch Regisseurin Claudia Lehmann mitspielt. In Berlin gibt es Film + Konzert am 10.12. um 21 Uhr im Eiszeit Kino zu sehen/hören.


Wir danken Martin Hossbach und unserem Medienpartner Spex. 
Die Interviews erscheinen auch auf der Website von Spex: http://www.spex.de</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-05T13:33:34+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Interview mit der Filmemacherin Birgit Herdlitschke
&#45; u.a. über ihre Dokumentation „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_birgit_herdlitschke/</link>
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      <description>Zunächst einige Fragen zu Dir, Birgit. Wie ist Dein Werdegang?
Ich habe bis Ende der 80er Jahre in (West)Berlin Publizistik, Englisch und Spanisch studiert und dann 5 Jahre für MTV Europe gearbeitet &#45; erst in Berlin, dann in London.

Ab 1995 war ich feste freie Autorin im Team von Friedrich Küppersbusch für die Sendungen „ZAK“ und „Privatfernsehen“ (WDR/ARD).

Bei arte war ich von 1998 &#45; 2004 als Redaktionsleiterin für die Musiksendung „Tracks“ verantwortlich und habe daneben als freie Filmemacherin gearbeitet. Seit 2005 bin ich als selbständige Autorin und Filmemacherin tätig, vor allem für arte.

Was hat Dich bewogen, Filmemacherin zu werden? 
Der Zufall. Ich trieb in den 80ern durch das Berliner (Nacht)Leben, bis mich eine Freundin fragte, ob ich Lust auf ein Praktikum in einer TV&#45;Produktionsfirma hätte, die u.a. für MTV Europe arbeitet. Nach einer Woche Praktikum wusste ich: Das ist es. Musik und Bilder zu verknüpfen, dazu noch Künstler interviewen &#45; Bingo! 

Hast Du als Filmemacherin so etwas wie eine „Mission“?
Eine „Mission“ habe ich nicht. Ich finde vor allem Menschen spannend. Sperrige Menschen, die eine Vision haben und etwas kreieren. 

Was sind die Themenschwerpunkte Deiner filmischen Arbeit?
1. Künstler zu portraitieren 
2. Spannende Geschichten über Popkultur zu erzählen (wie bei „Welcome to the 80s“ im Sommer 2009 auf arte).

Bei UNERHÖRT! zeigst Du Dein Musikerportrait „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“. Wie kam es zu diesem Film?
Wenig romantisch: Weil mich der Produzent gefragt hat, ob ich ein Portrait über Blixa machen möchte. Und Blixa scheint mich zu verfolgen: 1989 habe ich mein allererstes Interview überhaupt mit ihm geführt.

Und im Jahr 2000 hatte ich bereits einen Film über die Neubauten gemacht (&quot;Seele brennt&quot;, der auch auf DVD erhältlich ist.).

Blixa ist also so etwas wie mein &quot;Lifebuddy&quot; als Interviewpartner. Und: Blixa zu interviewen bleibt eine Herausforderung. Weil es immer wieder schwierig ist. 

Was fasziniert Dich an Blixa Bargeld? 
Seine Sperrigkeit. Und viele Neubauten&#45;Songs (besonders aus den 80s) gehören für mich zur besten Musik, die aus Deutschland kam/kommt.



Wie bist Du mit ihm zurechtgekommen, wie lief es während der Dreharbeiten?
Wie oben gesagt &#45; ich kannte ihn ja schon länger. Ich hatte das Gefühl, er vertraut mir (soweit Blixa überhaupt jemandem mit einer Kamera vertraut).

Szenen wie der Besuch bei seiner Mutter hätte er, glaube ich, bei jemanden, den er nicht kennt, nicht zugelassen. Also: Es lief super während des Drehs; vor allem in San Francisco war er total reizend und gastfreundlich.
Außer beim Autofahren &#45; Blixa ist ein noch schlimmerer Beifahrer als ich &#45;; das war lustig, wie er mich nörgelnd durch die Straßen von San Francisco gelotst hat  .

Welches waren &#45; im Rückblick auf die Entstehung des Films &#45; die Höhen und Tiefen?
Die Höhen waren der Besuch bei Blixas Mama. Und das japanische Mittagessen in San Francisco &#45; köstlich (und off camera...)!

Leider gab es auch Tiefen, und zwar die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma.

Worauf bist Du stolz, wenn Du den fertigen Film jetzt mit etwas Distanz betrachtest? 
Ich bin nie auf irgendetwas richtig stolz, sehe immer nur die Fehler. Da halte ich es mit Blixa: Unzufrieden bin ich immer. Das treibt einen ja auch an. 

Wie erlebst Du die Reaktionen der Zuschauer?
Da der Film in erster Linie im TV lief (auf arte), leider gar nicht direkt. Bin gespannt auf die Kino&#45;Vorführung beim UNERHÖRT! Musikfilmfestival.

Hat sich Blixa Bargeld zu dem Film geäußert?
Ich glaube, er findet ihn ok. Direktes Feedback hat er mir natürlich nie gegeben. Er wäre auch nicht Blixa, hätte er das getan. 

Gibt es ein neues Projekt? 
Ich drehe gerade ein Portrait über die Fotografin Nan Goldin für arte, das wahrscheinlich im März 2010 fertig wird. 

Abschließend noch eine Frage in eigener Sache: Was hältst Du von UNERHÖRT!?
Weiß nicht, war noch nicht da &#45; bin aber sehr gespannt auf das Festival und finde die Idee eines Musikfilmfestivals auf jeden Fall super! 


Birgit, ich freue mich sehr auf Deinen Film bei UNERHÖRT! und bedanke mich für das Gespräch!

Christine Enterlein


Einen Ausschnitt aus dem Film „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“ und weitere Arbeitsproben von Birgit Herdlitschke finden Sie unter 
http://www.partnersincrime&#45;film.de

Auf dem UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg läuft „Das letzte Biest am Himmel – Blixa Bargeld“ am Samstag, 5.12. um 19.30 Uhr im 3001 Kino statt. In Berlin am 13.12. um 18.15 Uhr im Eiszeit Kino. Birgit Herdlitschke wird anwesend sein und freut sich auf die Q&amp;A&#45;Session mit den Zuschauern.</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-04T08:57:51+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Martin Hossbach spricht mit...
&#45; Stefan Pethke, Programmkoordinator von UNERHÖRT!</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/inteview_stefan_pethke/</link>
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      <description>Du zeichnest  für das Programm des Festivals verantwortlich. Wie kam es zu der Idee, dieses Festival ins Leben zu rufen?
Die Idee zu UNERHÖRT! hatte Ralf Schulze, Leiter des Festivals und langjähriger Freund aus Studienzeiten. Ralf hat es dann in den Neunzigern als Musikverleger nach Hamburg verschlagen, während ich in Berlin blieb und an der DFFB Film studierte.

Dort drehte ich auch zwei Dokus zu HipHop&#45;Themen. Auch Ralf hat eigentlich immer an der Schnittstelle von Filmbild und Musik gearbeitet, jedenfalls waren Musikberatung und Rechteklärung immer wichtige Betätigungsfelder.

Ralf war also beschäftigt mit Filmmusik – und irgendwann auch zwangsläufig mit der Frage nach der Zukunft des Musikgeschäfts an sich. Also hat er das Wort ›Filmmusik‹ einfach mal umgedreht – heraus kam ›Musikfilm‹. Als er dann eines Tages begeistert von einer Reise nach Barcelona erzählte, wo er In&#45;Edit besucht hatte, ein von Katalanen betriebenes Filmfestival, das ausschließlich musikbezogene Filme zeigt, war die Entscheidung gefallen. Ralf hat mich rasch mit der Programmhoheit betraut und ist dann voll ins eigene Risiko gegangen.

Aber natürlich ist der wichtigste Grund für die Entstehung des Festivals der, dass es für uns alle in der UNERHÖRT! Mannschaft geradezu eine Selbstverständlichkeit ist, uns die Welt (auch) mit Hilfe von Popkultur, im Wesentlichen also über Musik zu erklären.

Wie viele Auflagen des Festivals gab es schon? War Berlin von Anfang an dabei?
 Das Festival geht jetzt in sein drittes Jahr, wir haben 2007 angefangen. Im ersten Jahr waren wir in zwei Hamburger Kinos, dem zeise und dem 3001. Im folgenden Jahr kam mit dem B&#45;Movie ein drittes Kino dazu. 2008 haben wir auch den ersten Aufschlag in Berlin, im Kreuzberger Eiszeit&#45;Kino organisiert.

Dieses Jahr kommt in Hamburg das Abaton als viertes Kino hinzu und das fsk als zweites in Berlin. Außerdem pflegen wir eine kleine Sonderbeziehung nach Holland und hoffen, auch dort die Aktivitäten weiter ausbauen zu können. Mittelfristig können wir uns eine Tour unseres Programms durch mehrere deutsche Städte vorstellen.

Setzt Ihr in diesem Jahr bestimmte Schwerpunkte?
Unsere maßgeblichen Schwerpunkte in diesem Jahr sind Filme zu HipHop in seinen globalisierten Aspekten (mit Berichten aus hiesigen Gefilden, aber auch aus Uganda und den Philippinen);

Musik in Afrika, vom historisch größten Festival afroamerikanischer Musiker auf dem afrikanischen Kontinent anlässlich des legendären Boxfights Ali vs. Foreman in Kinshasa/Zaire (»Soulpower«), über eine Musikschule in der angolanischen Hauptstadt Luanda bis zum Film »Who is Highlife?«, der wunderbar von diesem hocheinflussreichen Musikstil aus Ghana berichtet und zeigt, was in Deutschland lebende Highlife&#45;Musiker daraus machen.

Wir haben es uns auch auf unsere Fahnen geschrieben, den Beitrag der schwul&#45;lesbischen Subkulturen zur Popkultur im Blick zu behalten, dieses Jahr mit einem wirklich sensationellen Porträt eines neuseeländischen Zwillingspaars, das in Neuseeland ein über alle denkbaren sozialen Schranken hinweg erfolgreicher Stand up&#45;Act ist, selbstredend ein äußerst musikalischer (»Topp Twins«), sowie den Film »Wild Combination« über Arthur Russell, New Yorker Multitasker in Sachen Musik und in den neunziger Jahren an AIDS gestorben. 

Den größten Block bilden Filme zu Deutsch&#45;Deutschland…

Dazu kommen etliche Filme, die von uns in diesem Jahr zwar keinem bestimmten inhaltlichen Label zugeordnet werden, die aber auch unbenannt, ›unterirdisch‹, Verbindungen herstellen zu Filmen, die wir in der Vergangenheit gezeigt haben.
Man könnte auch hier von weiterlaufenden Reihen sprechen zu Themen wie ›Ex&#45;Jugoslawien‹, ›elektronische Instrumente‹, ›Tanz‹, ›TV&#45;Geschichte‹, ›Jazz‹, ›Reggae‹, ›der Musikbetrieb‹ etc.

Das Schöne ist: Solche Verbindungen ergeben sich auch unverhofft. Ein Film wie »West Coast Theory« gehört natürlich in die Kategorie ›HipHop‹, aber genauso in die Kategorie ›elektronische Instrumente‹, denn hier wird höchst anschaulich (und amüsant!) der Zusammenhang zwischen einem bestimmten Sound und zum Einsatz kommender Technik erklärt. 

Worum geht es in dem Sonderprogramm ›Stilles Land? Musikfilme aus drei Epochen deutscher Geschichte‹? 
Den ganzen offiziellen Festaktivitäten und dem Überdruss, den man dabei entwickeln kann, zum Trotz wollten auch wir von Anfang an Stellung nehmen zum ›Mauerfall‹ und überprüfen, auf welche unterschiedlichen Weisen Musikfilme die Ereignisse be&#45; und verarbeiten.
 
Dabei haben wir uns eine Regel gesetzt: Kein geschichtsloses Jubeln! Wer von ›Wiedervereinigung‹ spricht, muss auch darüber sprechen, was vorher war. Weil wir im ›Westen‹ leben und unser Team fast komplett aus ›Wessis‹ besteht, war es uns wichtig, Filme ins Programm zu nehmen, die über das Leben in der DDR Auskunft geben (vom Klassiker »Solo Sunny« bis zu Selbstdarstellungen der vor&#45;wendischen Prenzlauer Berg&#45;Szene in »Achtung wir kommen« oder in »Hans im Glück«). 

Aber nicht nur diese Erinnerung wollen wir aktivieren. Nach dem Motto »Was sich wiedervereinte, muss vorher getrennt worden sein«, haben wir zwei Filme über Musik in der Nazizeit ins Programm aufgenommen:
»Zwarte Ogen (Black Eyes«, eine holländische Produktion, die persönliche Recherchen im familiären Umfeld des Filmemachers verbindet mit Nachforschungen über Pjotr Lischenko, einem ukrainischen Sängerstar, der vor allem mit Tango erfolgreich war und dessen europäische Odyssee zwischen den dreißiger und den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wie in einem traurig endenden Abenteuerroman verklammern; 

»Schlurf«, ein Film aus Österreich, ist ein vor Informationen über die Swing Kids der Vorkriegszeit geradezu platzender Film über frühe Formen eines sich ästhetisch ausdrückenden Widerstands: Die Rock’n’Roller waren eben nicht die ersten Popkultur&#45;Rebellen, im Gegenteil: Im Swing – und im Film »Schlurf« – kündigt sie sich schon an, diese enorme Kraft einer Tanzmusik, die späteren Entwicklungen überhaupt erst den Weg geebnet hat. 

Bitte erkläre, worum es in dem »NEW TALENTS«&#45;Wettbewerb geht.
Wir interessieren uns dafür, wie dieses Zusammenbringen von Film und Musik immer wieder neu ausprobiert wird. Uns ist es dabei egal, wie alt die jeweiligen Filmemacher sind. Die Unterscheidung zwischen ›normalem‹ Wettbewerb (wir loben ja schließlich auch Preise aus) und den ›NEW TALENTS‹ besteht für uns darin, dass die einen schon viele Filme gemacht haben und die anderen nicht. 

Wir haben also auch keine Altersgrenze gesetzt (so konnten wir das hässliche Wort ›Nachwuchs‹ vermeiden), sondern richten uns nach der Filmographie der Filmemacher: Bei der Einreichung darf es sich maximal um den zweiten Langfilm handeln.

Unser Anspruch ist ein Ort zu werden, an dem sich aktuelle Tendenzen kompakt darstellen, Entwicklungen früh aufgenommen, diskutiert und eventuell sogar mitgestaltet werden können. Kulturproduktion ist gemeinschaftliche Arbeit.

Gibt es einen Film, der Dir ganz besonders am Herzen liegt?  
Die meistgefürchtete Frage aller Veranstalter… Abgesehen von der Tatsache, dass ›sämtliche‹ Filme unseres Programms ganz fantastisch sind, gibt es wirklich einen Streifen, der es mir besonders angetan hat: »Station 17: Neu« ist die Dokumentation eines tollen Projekts, der Wiederbelebung von Station 17 durch eine sehr besondere Albumproduktion.

Dadurch, dass die ›Stationer‹ für jedes Stück andere Kooperationspartnerschaften mit – zum Teil schwer angesagten – Musikerfreunden eingegangen sind, wird man Zeuge sehr unterschiedlicher Herangehensweisen ans Musikmachen.
 


Für diejenigen, die es vielleicht nicht wissen: Station 17 wurde vor knapp 20  Jahren als Verbund von ›behinderten‹ und ›nicht behinderten‹ Musikern in Hamburg gegründet. Es ist eine ganz wesentliche Qualität des Films, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt:

Hier wird nichts beschönigt, und gerade deshalb kriegt man es mit toller Kunst zu tun, sowohl in filmischer Hinsicht als auch in musikalisch&#45;poetischer – wie aus mit Tonband aufgenommenen Gesprächen langsam Songtexte entstehen, das ist schon sehr aufregend! Und die Musik ist bei aller Unterschiedlichkeit zwischen den einzelnen Tracks einfach nur groß!
 

Wir danken Martin Hossbach und unserem Medienpartner Spex. 
Die Interviews erscheinen auch auf der Website von Spex: http://www.spex.de</description>
      <dc:subject>Festival 2009</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-03T12:26:53+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Martin Hossbach, Spex spricht mit...
&#45; Dieter Matzka über &quot;Who Is Highlife?&quot;, eine Musikdoku über Highlife&#45;Musik aus Ghana</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_dieter_matzka/</link>
      <guid>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/comments/interview_dieter_matzka/</guid>
      <description>Worum geht es in »Who Is Highlife«? Was genau ist ›Burger Highlife‹?
Drei Personen waren an der Entstehung des Films beteiligt: Wilma Kiener und ich haben zusammen eine kleine Filmproduktion, die es uns möglich macht, unsere gemeinsamen Filmideen zu realisieren. Sie ist Ethnologin. Hinzu kam noch unser ghanaischer Freund Alpha Yahaya Suberu, ein ehemaliger Filmstudent der Nationalfilmschule (NAFTI) in Accra, ohne dessen Mitarbeit der Film so nicht zustande gekommen wäre. 

In unserem Film geht es vor allem um die ghanaische Highlife&#45;Musik, aber auch um das Land Ghana und seine Menschen. Was die Musik betrifft, so geht es um einen Teil in der afro&#45;amerikanischen Popmusik&#45;Entstehungsgeschichte, der erst jetzt langsam ins Bewusstsein der westlichen Welt kommt.

Highlife ist eine Fusion&#45;Musik mit afro&#45; und afro&#45;amerikanischen sowie westlichen Elementen. Einerseits ist Highlife eine Mischung aus den traditionellen, afrikanischen Elementen wie Rhythmus, Tanz, Sprache und der speziellen Art, diese Musik zu spielen.
 
Die Instrumente und Harmonien stellen andererseits westlichen Einfluss dar, das afro&#45;amerikanische oder schwarz&#45;karibische Element, welches westindische Truppen, die während der Kolonialkriege in Ghana stationiert waren, nach West&#45;Afrika brachten.

Unser filmisches Interesse beginnt aber in der Zeit des musikalischen Umbruchs Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, als die Elektronik mit Synthesizer, elektrischer Gitarre und Keyboard die traditionelle Musikszene neu aufmischte.

Politisch motivierte abendliche Ausgangssperren und die damit fehlende Möglichkeit des Geldverdienens, veranlasste zahlreiche Musiker Ghana zu verlassen. Einige zogen nach UK, US, und viele landeten in Deutschland. Zusammen mit der Erfahrung deutscher Musiker und Tonmeister, wie zum Beispiel Bodo Staiger (Rheinklang Studio), oder Peter Krick (Skyline Studio) – beide in Düsseldorf zu Hause – fingen sie an, ihren traditionellen Highlife mit Disco und Funk zu vermischen.

Sie gründeten neue Bands wie Bus Stop oder Kantata und brachten den neu kreierten Highlife&#45;Sound zurück nach Ghana, wo jeder Song ein Hit wurde. Es waren die Ghanaer in Ghana, die diesen neuen Sound ›Burger Highlife‹ nannten, denn er wurde von den ›Burgern‹ (so nannten sie die in Deutschland lebenden Ghanaer) als neuer Highlife&#45;Stil nach Ghana gebracht.

Bis heute ist ›Burger Highlife‹ ein Musikstil der ghanaischen Popmusik. »Ghana Music – made in Germany«.



In Ghana wird Highlife bis heute gespielt. Vom Morgen bis in die Nacht. Die meisten Songs sind Evergreens mit Bestand, Ohrwürmer. Auch wenn die neue Musikrichtung ›Hiplife‹ in den letzten Jahren immer mehr triumphierte, so kommt es derzeit zu einer neuen Fusion&#45;Musik, in der sich Highlife und Hiplife zusammentun. Mit einem solchen Song hört auch unser Film auf. Und wir finden, dass diese neue Musik einer Verschmelzung die Ohren auf ein Neues beglückt. 

Wurde Deine Hautfarbe thematisiert als Du mit den Protagonisten sprachst? 
Meine Hautfarbe in Bezug mit allen schwarzen Musikern hatte keinerlei Bedeutung. Nun sind diese ja seit Jahrzehnten gewöhnt, mit ›uns Weißen‹ zusammen zu leben. Wahrscheinlich sahen sie mich eher als Schwarzen, als ›Brother‹, weil ich mit einer Ghanaerin verheiratet bin.
Nein, mit den Musikern gab es weder wegen der Hautfarbe noch wegen anderer Dinge auch nur irgendein Problem. Wir hatten alle nur das eine Ziel, einen guten Film zu machen.
 
Wenn es einen kleinen Unterschied zwischen uns gab, so war es das unter&#45;schiedliche Zeitgefühl. Afrikanisches Zeitgefühl ist nicht europäisches Zeitgefühl. Das wirkt sich auch auf einen Dreh aus.

Auch in Ghana selber gab es wegen der Hautfarbe kaum Probleme. »Hallo Obruni« (= Weißer) ist immer der Ruf, der von irgendwo kommt. Aber er ist nicht negativ besetzt, sondern meistens der Beginn einer kurzen oder langen freundschaftlichen Begegnung und Unterhaltung.
 
Klar, ich wurde einmal von Sicherheitsleuten geschlagen und zweimal beim Drehen verhaftet, weil man nicht einsehen wollte, dass ich eine gültige Drehgenehmigung hatte. Aber das kann mir auch in Deutschland passieren.


Beim UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg läuft &quot;Who Is Highlife?&quot; als Hamburgpremiere und in Anwesenheit von Dieter Matzka am 4. Dezember 2009 um 22.30 Uhr in den zeise kinos. Kartenreservierung direkt bei den zeise kinos unter Tel.: 040/390 87 70.


Wir danken Martin Hossbach und unserem Medienpartner Spex. 
Die Interviews erscheinen auch auf der Website von Spex: http://www.spex.de</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-02T20:58:14+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>&quot;Station 17: neu&quot;
&#45; Interview mit Regisseur Eike Swoboda</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_eike_swoboda/</link>
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      <description>Eike, wie bist Du zur Filmerei gekommen?
Ich bin im Sommer 2000 mit meiner damaligen Band nach Hamburg gezogen. Durch einen Zufall konnte ich dann ein freiwilliges soziales Jahr bei Station 17 absolvieren. Dort wiederum wurde ein halbes Jahr später mit Spendengeldern eine kleine Videokamera gekauft und mir in die Hand gedrückt. 

Ich hatte so ein Ding noch nie benutzt und dachte mir: „Warum nicht?“. Also bastelte ich ein paar kleine Musikvideos und merkte, dass mir das Ganze ziemlichen Spaß machte.

So kam dann eins zum anderen. Ich lernte Felix Engel kennen, der seinen Zivildienst bei Station 17 absolvierte. Wir konnten ziemlich gut zusammen arbeiten und fingen an, an inszenierten Kurzfilmen mit Schauspielern mit Handicaps zu arbeiten.

Aus dieser Arbeit sind zwei Kurzfilme, ein Theaterstück und ein Drehbuch für ein Langfilmprojekt entstanden. Währenddessen habe ich dann noch an der HfbK Hamburg studiert und dieses Frühjahr mein Diplom gemacht.

Was hat Dich bewogen, Filmemacher zu werden? Was treibt Dich dabei an?
Ich habe gemerkt, dass es mir ganz gut liegt, Gedanken, Gefühle und Geschichten mit filmischen Mitteln auszudrücken. Vor allem aber: Es macht mir sehr viel Spaß! Ich kann nicht gut „nichts“ tun. Ich muss mich immer irgendwie kreativ ausdrücken.  Film, Musik, je nach Idee und Gefühlslage 

Welche Themen interessieren Dich als Filmemacher besonders?
Mich interessieren vor allem zwischenmenschliche Beziehungen. Ich mag Personen und Figuren, die sich nicht anpassen (können oder wollen). Ungewöhnliche, kleine Dinge, die man sonst vielleicht erst auf den zweiten Blick sehen würde – zu dem man oft nicht die Chance hat.

Gibt es Vorbilder?
Es gibt auf jeden Fall Filmemacher, die ich gern mag. Dazu zählen Jim Jarmusch, Wim Wenders und David Lynch... aber die Liste wäre noch lang. Es gibt so viele tolle Filme, und ich hab noch viel zu wenige davon gesehen!

Welche Musik hörst Du am liebsten?
Oh je, das ist auch eine riesig lange Liste. Zu meinen Lieblingen zählen Radiohead, Lisa germano, The Cure, Sonic Youth, Modest Mouse, Nirvana, Deus, Jack Conte, Dinosaur Jr., Battles, Tom Waits, Frank Zappa... und, und, und. Ich mag meistens die Musik, die ehrlich gemeint ist – oder die ich zumindest so wahrnehme.

Hast Du auch einen Lieblings&#45;Musikfilm?
Ich muss gestehen, dass ich noch gar nicht so viele Musikfilme gesehen habe. Ich erinnere mich dunkel an „1991 – The Year Punk Broke“.  Ich mag auf jeden Fall &quot;Buena Vista Social Club&quot;.

Wie kam es, dass Du eine Dokumentation über die Band Station 17 &#45; „Station 17: neu“ &#45; gedreht hast?
Im Herbst 2006 kam Kai Boysen, der Gründer der Band, auf mich zu. Er bat mich, einen Dokumentarfilm über die Entstehung des nächsten Station 17&#45;Albums zu drehen: „Die Goldstein Variationen“.  Der Bassist Peter Tiedeken hatte ein Kooperationsprojekt ins Leben gerufen, in dessen Verlauf Station 17 mit unterschiedlichen befreundeten Bands und Musikern ins Studio gehen und gemeinsam ein Stück schreiben und produzieren würden. 

Es gab vorher bereits Dokumentationen über die Band, die jedoch vordergründig das Thema „Behinderte Menschen machen Musik“ behandelten. Mein Film sollte demgegenüber wieder die Musik – das eigentlich wichtige bei Station 17 – und ihre Entstehung in den Mittelpunkt rücken. 

In gewisser Weise war es für mich eine Art Rückkehr zu den Anfängen meiner filmischen Arbeit. Ich fand es spannend, dort mit einigen Jahren mehr Erfahrung auf dem Buckel wieder anzuknüpfen.

Wie bist Du vorgegangen, um dem Auftrag, die Musik in den Vordergrund zu stellen, gerecht zu werden?
Da ich noch keine Erfahrung darin hatte, einen Dokumentarfilm dramaturgisch vorzubereiten, standen für mich zunächst viele Fragen im Raum. Was genau wollte ich erzählen? Wo sollte der inhaltliche Schwerpunkt liegen? Wie würde ich es schaffen, den Zuschauer im Verlauf des Films am Ball zu halten? Welche Struktur wäre sinnvoll? 

Ich entschied mich für ein Konzept, dem ich bis auf einige Änderungen bis zum Ende der Dreharbeiten im Dezember 2008 treu geblieben bin: Ich wollte vornehmlich die Entstehung der neuen Stücke im Studio begleiten. Um Abwechslung in den Film zu bringen und mehr über die Band an sich erzählen zu können, wollte ich Station 17 auch zu einigen Konzerten begleiten.
 
Also ging ich mit ins Studio und filmte drauflos. Ich sammelte Material. Versuchte, die interessanten Situationen einzufangen. Wartete. Beobachtete. Filmte wieder mit. Ich war unsicher, ob ich das richtige tat. Ständig hatte ich das Gefühl, etwas zu verpassen, im wichtigen Moment nicht „bereit“ zu sein. Gestellte Szenen kamen aber nicht in Frage, also musste ich damit leben.

Was möchtest Du mit „Station 17: neu“ zeigen?
Das besondere an Station 17 war für mich schon immer die Art und Weise des gemeinsamen Musizierens. Fast alle Songs entstehen durch Improvisation. Die hierfür notwendige Kommunikation unter den Musikern ist der ausschlaggebende Punkt. Es muss ein Gleichgewicht entstehen, und dieses Gleichgewicht zu halten, erfordert ein hohes Maß an Feingefühl und Intuition aller Beteiligten. Ob man nun eine Behinderung hat, oder nicht: das gilt für alle. 

Genau dieser Punkt ist für mich so faszinierend und hat mich schon während meiner ersten Jams mit der Band in meinem Anfangsjahr beeindruckt. In meinem Film möchte ich zeigen, wie das Handicap der Musiker lediglich als Gegebenheit angesehen wird und im musikalischen Prozess nicht ins Gewicht fällt.





Ich fand es erstaunlich zu sehen, wie schnell die jeweiligen Kooperationspartner integriert waren und alle auf einem Level kommunizierten. Das Handicap war zwar vorhanden, spielte aber keine Rolle. Man arbeitete als Musiker zusammen. Ich möchte über die Band und ihre Musiker berichten, nicht über ihr Handicap. 

Worauf bist Du so richtig stolz, wenn Du den fertigen Film jetzt mit etwas Distanz betrachtest?

Dass ich es geschafft hab, ihn fertig zu stellen! Er ist mein bisher längster Film. Und ich bin froh und glücklich darüber, dass er zu funktionieren scheint.

Wie erlebst Du die Reaktionen der Zuschauer?
Bisher durchweg positiv. Vor allem freut mich, dass er sogar Leuten, die Station 17 vorher nicht kannten, einen guten Einblick in die Arbeit und Musik dieser Band zu vermitteln scheint.

Gibt es schon ein neues Projekt? 
Es gibt ein neues Projekt, das jedoch noch nicht spruchreif ist. Es handelt sich um einen Spielfilm.

Wie siehst Du Deine Zukunft als Filmemacher?
Weitermachen, weitermachen, weitermachen!

Eine schöne Antwort! Wie beurteilst Du denn die Nachwuchsförderung in der Filmbranche und was wünschst Du Dir, damit Du und andere unabhängige Filmemacher weitermachen können? 
Bisher wird es uns leider nicht leicht gemacht. Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Mut, ungewöhnliche Projekte zu unterstützen.

Eike, ich danke Dir für das Gespräch!

Christine Enterlein

Auf dem UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg läuft &quot;Station 17: neu&quot; am Samstag, 05.12., 20.00 Uhr, im Abaton. Eike Swoboda wird anwesend sein und freut sich auf Fragen des Publikums. Kartenreservierung: Tel.: 040/41320320.

In Berlin bei UNERHÖRT!  on tour wird der Film am Sonntag, 13.12. um 16.30 Uhr im fsk Kino gezeigt, Tel.: 030/6142464.</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-02T18:46:43+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Martin Hossbach spricht mit...
&#45; Oliver Schwabe, Regisseur von &quot;Stardust &#45; Von der Leidenschaft ein Star zu sein&quot;</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_oliver_schwabe/</link>
      <guid>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/comments/interview_oliver_schwabe/</guid>
      <description>Worum geht es in »Stardust«?
Oliver Schwabe: Seit YouTube, MySpace oder DSDS zerfällt die Welt der Stars in eine Unzahl von Sternchen – Grund genug herauszufinden, was das ›Star&#45;Sein‹ ausmacht.  »Stardust« untersucht das Selbstverständnis von ›Stars‹.
 
Wie erleben öffentliche Personen ihre Bekanntheit, wie gehen sie damit um, und auf was lassen sie sich ein. Es kommen so unterschiedliche Protagonisten zu Wort – im Archiv entdeckt oder aktuell interviewt – wie Amanda Lear, Robert Stadlober oder Ringo Starr, die eine Starrealität erlebt haben und davon erzählen. 

Was bedeutet das Wort »Stardust«?
»Sternenstaub« implementiert natürlich die Vergänglichkeit von ›Stars‹ – die gefeierte Discoqueen Amanda Lear verschwindet in den Achtzigern aus den Schlagzeilen. Umgekehrt erlebte die junge Kölner Band MIT in England im Vorprogramm der britischen Band Hadouken plötzlich, wie sie selbst als Stars gefeiert wurden. Es geht um das Erstrahlen, aber auch um das Verglühen. 

Du arbeitest mit TV&#45;Archivmaterial: Wie leicht oder schwer bekommt man Zugang zu diesen Archiven? Welche Archive besuchst Du? In welcher Form liegen diese Archive vor? 
Ich habe da für mich eine Nische gefunden und darf einen Sendeplatz beim NDR in der Redaktion von Horst Königstein bespielen.
 
Horst Königstein, der selbst in den Siebzigern mit der Sendereihe »Sympathy for the Devil« oder in Filmen mit Peter Hein, Die Tödliche Doris oder auch Rod Stewart und Udo Lindenberg, Popkultur und Interessen von jungen Menschen als einer der ersten Fernsehmacher ernst genommen hat, lässt mich frei Themen finden, die ich dann mit kleinem Budget und mit Hilfe des Archivs der ARD realisieren kann.

Ich durchforste die Datenbanken der Sender und sichte Unmengen von Material, das teilweise nur auf 16mm vorliegt, da es nach der Erstsendung nicht mehr verwendet wurde. Nach mittlerweile vier Filmen in der Art von »Stardust« weiß ich sehr genau, was es zu finden gibt und wo ich suchen muss.

Im Rahmen der Recherche stoße ich dabei auf Filme und Formate, die in ihrer Form und Aktualität heute ihresgleichen suchen. Fernsehen gab Autoren und Filmemachern damals die Möglichkeit, am Puls der Zeit zu arbeiten, Phänomene aufzuspüren und darüber in fiktiver oder dokumentarischer Form zu berichten, bevor sie – wie heute – erst konfektioniert, vermarktet und massenkompatibel zurechtgestutzt im Fernsehen einen Platz finden.

»Stardust« erzählt somit auch von deutscher Fernsehkultur und Fernsehgeschichte. 

Du verschneidest dieses Archivmaterial mit Interviews. Was gefällt Dir an der Form des Interviews? Hört der Zuschauer Deine Stimme? Bringst Du Dich ein oder nimmst Du Dich zurück? 
Ich suche nach Archivmaterial, das mir wichtig und besonders erscheint, setze es teilweise in neue Kontexte oder lasse es für sich stehen, damit es sich entfalten kann. Meine Filme funktionieren ohne Off&#45;Kommentar – Zusammenhänge baue ich aus dem Material heraus auf. Die Interviews, die ich dann führe, kommentieren das Gesehene oder beziehen sich darauf – ersetzen sozusagen den Off&#45;Kommentar.

Im Rahmen meiner Kompilationsfilme spreche ich nur mit Protagonisten, welche ich selbst spannend finde; ich stelle Fragen, die mich wirklich interessieren und versuche so, eine ›ehrliche‹ Atmosphäre zu schaffen. 

Du interviewst in »Stardust« auch Robert Stadlober. Ist er für Dich also ein Star? Sieht Stadlober sich als Star? Wie definieren Du und Robert ›Star‹? Ähneln sich Eure Definitionen von ›Star‹? 
Robert hält sich sicher nicht für einen Star; er wurde eine zeitlang wie ein Star behandelt, und es gab sicher auch Momente in seiner Vergangenheit, in denen er selbst geglaubt hat, sich wie ein Star verhalten zu müssen.

Interessant ist doch, dass er mit 15 Jahren von einer Medienmaschinerie absorbiert wurde, die ihn irgendwann wieder ausgespuckt hat. Er ist da ›reingerutscht‹; nach zwei Filmen schlug ihm ein sehr großes öffentliches Interesse entgegen, und damit musste er lernen umzugehen. Davon erzählt Robert in »Stardust« eindrucksvoll.



Stars haben sicher etwas Unnahbares und leben stellvertretend für ihre Fans ein Leben, das den Fans selbst nie möglich sein wird – als bekennende Fans jedoch haben sie die Möglichkeit, Teil des Lebens ihrer Stars zu sein.
 
Kann man mit einem Film wie »Stardust« Geld verdienen? Wenn nein, warum? Welche Foren bieten sich Dir generell, solch einen Film zu zeigen? 
Ich realisiere Filme wie »Stardust« im Auftrag des NDR, erhalte also für die Realisierung ein Honorar. Die Filme werden dann im NDR ausgestrahlt, leider oft zu sehr später Stunde – letztendlich ist das ärgerlich, aber das Wichtige ist, dass Filme dieser Art im Fernsehen überhaupt stattfinden.


Auf dem UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg wird &quot;Stardust &#45; Von der Leidenschaft ein Star zu sein&quot; als Kinopremiere am 4.12., 19 Uhr im 3001 Kino gezeigt. Regisseur Oliver Schwabe und Robert Stadlober werden anwesend sein. Kartenreservierung direkt beim 3001: Tel. 040/437679

Wir danken Martin Hossbach und unserem Medienpartner Spex. 
Die Interviews erscheinen auch auf der Website von Spex: http://www.spex.de</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-12-01T21:08:50+00:00</dc:date>
    </item>

    <item>
      <title>Martin Hossbach, Spex spricht mit...
&#45; Jeremy Deller und Nicholas Abrahams, Regisseure der Doku über Depeche Mode&#45;Fans &quot;The Posters Came From The Walls&quot;</title>
      <link>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/interview_jeremy_deller_nicholas_abrahams/</link>
      <guid>http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/comments/interview_jeremy_deller_nicholas_abrahams/</guid>
      <description>What is the movie about?
Nicholas Abrahams: It’s about how interesting and inventive people are and it’s also about things like music that do change the world. Also I just wanted to make a film which showed fans in a positive light, rather than looking down on them as mindless consumers who will buy an endless stream of a product by a band. 
Jeremy Deller: It’s a film about Depeche Mode fans around the world and the influence of the band worldwide

What do you find fascinating about ›fans‹?
NA: We are (hopefully) all fans. The band would be nothing without the devotees, but all the media coverage is always about the bands. These people, ›the fans‹ are pretty creative in their own rights, making t&#45;shirts, banners, music etc.
JD: I agree.  

Are you two fans of a band, a football club or something like that?
NA: There was a band called Earl Brutus who we were both fans of. I was a massive Bowie fan as a teenager. I’ve never been a follower of any sport, never been to a football match. 
JD: Football is overrated, as is most sport. I like steel bands.

Why Depeche Mode?
NA: Totally underrated band in the UK. Really, you’d be surprised that they are not taken seriously over here. And we are both fans of the band.
JD: It was a commission from their record company. They liked our idea. 

The movie was financed by Mute, Depeche Mode’s record label. What was their intention in financing it?
NA: To celebrate Depeche Mode and make some more cash I imagine. Although I think Daniel Miller, founder and head of Mute, really understood that Depeche Mode could be looked at in new and interesting ways. I think he was quite surprised and excited when we showed him some of the footage from Russia, for instance. 



It must be great to think you know a subject inside out and then have somebody come along and show them in a new light. And in many ways, Daniel Miller is the guy who really really believed in a vision of Depeche Mode from the very beginning.

Auf dem UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg wird die Dokumentation &quot;The Posters Came From The Walls&quot; am 05.12., 21.00 Uhr im 3001 Kino gezeigt. Kartenreservierung direkt beim 3001: Tel. 040/437679.
In Berlin läuft der Film am 13.12. um 18 Uhr im Eiszeit Kino, Tel.: 030/6116016.

Wir danken Martin Hossbach und unserem Medienpartner Spex. 
Die Interviews erscheinen auch auf der Website von Spex: http://www.spex.de</description>
      <dc:subject>Festivalfilms</dc:subject>
      <dc:date>2009-11-29T17:59:34+00:00</dc:date>
    </item>

    
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