UNERHÖRT! goes Elbjazz!
UNERHÖRT! und Elbjazz kooperieren in diesem Jahr zum ersten Mal.
Im Rahmenprogramm zeigen wir im wunderschönen Hamburger Savoy-Lichtspieltheater zwei Filme, die Jazz als weltweites, generationenübergreifendes und menschenverbindendes Phänomen darstellen.
Am Samstag, 24. Mai, läuft als Matinée um 12.00 "As Time Goes By in Shanghai" von Uli Gaulle.

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Am Sonntag, 25. Mai, zeigen wir auch als Matinée um 12.00 Uhr "Michel Petrucciani - Leben gegen die Zeit" von Michael Radford

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Nähers Infos folgen in Kürze auf den Sozialkanälen.
Der Kartenvorverkauf ist hier möglich:
Savoy Filmtheater
Steindamm 54
20099 Hamburg
http://www.savoy-filmtheater.de
UNERHÖRT! 2014 - Es geht weiter ...
8. Hamburger Musikfilmfestival UNERHÖRT!, vom 6./7. - 9. November 2014.
Am ersten November-Wochenende 2014 wird es zum 8. Mal UNERHÖRT! & unterhaltsam weitergehen.
EINREICHFRISTEN: Ab sofort - und noch bis zum 1.7.2014 - können wieder Filme eingereicht werden.

Filme über Musik erfreuen sich weiterhin steigender Aufmerksamkeit. Nicht nur im Fernsehen und auf Festivals werden Musikfilme gezeigt, sondern verstärkt auch dort, wo sie eigentlich hingehören: in den Kinos.
Diesen Prozess hat UNERHÖRT! in den letzten Jahren aktiv mit angestoßen, und es ist unser Anspruch, auch in diesem Jahr wieder das stark zu machen, was unsere Veranstaltung von Anfang an ausgezeichnet hat: der Blick auf Vielfalt.
Wir interessieren uns weiterhin für Musik in allen Erscheinungsformen und Lebenslagen, für unterschiedlichste Macharten nicht nur der Musik, sondern auch der Filme selbst.
Von Schlager bis Punk, von Country bis Zwölfton, vom Kurz-Spielfilm zur Musikerbiografie, vom Fanszenen-Bericht zur experimentellen Tournee-Doku - UNERHÖRT! interessiert sich für alles, was spannend ist, was etwas Besonderes einfängt oder etwas auf besondere Weise zeigt.

Unsere Filme schauen darauf, wie Musik gemacht wird und wer sie macht und auch darauf, wer sie dann wie hört.
Unsere Filme feiern Musik nicht einfach bloß ab, sie fragen auch nach Zweck und Ziel und Wirkung.
Unsere Filme zeigen Musik als Spiegel für größere Zusammenhänge, als Schlüssel zur Welt.
Oder um mit Kraftwerk zu sprechen: "Es wird immer weiter gehen, Musik als Träger von Ideen."

Der Film, der in diesem Sinn die unabhängige UNERHÖRT!-Jury am meisten überzeugt, kann auch 2014 wieder etwas gewinnen.
Resümee UNERHÖRT! 2013
Unsere Bilanz
Es ist vollbracht:
Auch die 7. Ausgabe von UNERHÖRT! ging erfolgreich über die Bühne.
Die dreiköpfige Jury hat ihr Urteil gefällt und aus neun Wettbewerbsteilnehmern einen Sieger erkoren (mehr dazu hier: http://www.unerhoert-filmfest.de/index.php/site/festival/deutsch/).
Was uns UNERHÖRT!-Organisatoren besonders freut:
Bei ihrer Begründung gingen die lokalen Filmexperten Claudia Lemke (Medienvermittlerin), Joachim Rudolph (Komponist und Sounddesigner) und Sandra Trostel (Regisseurin und Film-Editorin) auf jeden einzelnen Film des Wettbewerbsprogramms ein.
Deutlicher hätten sie nicht demonstrieren können, wie genau sie hingeschaut haben und wie schwer ihnen die Wahl gefallen ist.

In drei Tagen wurden insgesamt 13 Filme aus sieben Ländern gezeigt. Neben fünf deutschen Produktionen ergab sich ein gewisser „Alpen“-Schwerpunkt, da zwei Filme aus der Schweiz und ein weiterer Film aus Österreich kamen.
Thematisch lag der Fokus dennoch eher auf Ost-Europa, mit insgesamt vier Filmen zu Themen dieser Groß-Region (Estland, Russland, Mazedonien und Kroatien).

Die Zuschauerzahlen waren dieses Jahr etwas niedriger als in der Vergangenheit, obwohl die Berichterstattung in den Ankündigungsmedien gut ausfiel (Szene, Die Welt, Abendblatt, Morgenpost, taz online, radiohamburg.de, kultur-hamburg.de, moviepilot.de u. diverse Internet-Blogs usw.). Aber wenn ein Brückenwochenende auf plötzlichen Sommerausbruch trifft, hat es jedes Kino schwer, erst recht nach diesem entsetzlich langen Winter ...

Die, die kamen, haben sich gut aufgehoben gefühlt, und das ist UNERHÖRT! immer noch am wichtigsten!
Neben dem Publikum (darunter Stammkunden wie Filmemacher Torsten „Stickel“ Stegmann, Regisseur und Ex-UNERHÖRT!-Juror Peter Sempel und Musiker, Regisseur und zweifacher UNERHÖRT!-Teilnehmer Uwe Bastiansen) gab es mehrere Festivalgäste:
Mike Redman aus Rotterdam (Regie SAMPLE: NOT FOR SALE) hatte Freitag Nacht um ein Uhr noch eine sehr lebhafte Moderationsrunde, klug geleitet von byte.fm-Redateurin Juliane Reil und in lupenreinem Szene-Englisch brilliant unterhalten von DJ Sebel; auch die Inputs von Soziologie-Diplomant und Sampling-Experte Georg Fischer (http://jaegerundsampler.wordpress.com/), der das Roundtable-Tableau (ohne runden Tisch) auf Vermittlung von byte.fm-Moderator Marcus Maack (Sendung „All Samples cleared?!“) komplettierte, waren immer aufschlussreich. Sowas ließ sich dann auch „Mixery Raw Deluxe“-Anchorman Falk Schacht nicht entgehen.
Jonas Künne von der Dortmunder Band BLACK RUST gab Samstag den Alleinunterhalter zwischen den Filmvorführungen und verwandelte das Kino-Foyer für jeweils drei Songs in einen Singer-/Songwriter-Andachtsraum.
Die Regisseure Viola Rusche und Hauke Harder freuten sich sehr über eine Vielzahl anregender Publikumsfragen nach der Vorführung ihres NO IDEAS BUT IN THINGS — THE COMPOSER ALVIN LUCIER.
Voll aufgegangen ist die Rechnung zum neuen Rohschnitt-Format WORK IN PROGRESS am Sonntag Nachmittag: Mit dem Pionier des deutschen Direct Cinema Klaus Wildenhahn (der auch jahrelang als NDR-Redakteur tätig war und immer wieder an Filmschulen doziert hat) sowie Prof. Gerd Roscher, jahrzehntelang für die Filmausbildung an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste verantwortlich, hatte UNERHÖRT! genau die Kompetenz an Bord, die es im Umgang mit nicht fertigen Filmprojekten braucht. Ihre sensiblen und präzisen Kommentare prägten den Ton für eine Publikumsdiskussion, aus der beide anwesenden Regisseure (Joachim Jung mit LA PERLA DEL MAR und Marietta Kesting mit MEDITATIONS ON THE DANCEFLOOR) nicht wenige Anregungen zur Weiterarbeit mit nach Hause nehmen konnten.
Herr Wildenhahn blieb dann gleich im Kiez-Kino B-Movie bis zur finalen Preisverleihung und bereicherte die Zeremonie mit einleitenden Worten zu seinen beiden aus diesem Anlass gezeigten Filmen über den afroamerikanischen Jazz-Organisten Jimmy Smith.
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2013
SAMPLE: NOT FOR SALE
Bester Musikfilm 2013
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Die UNERHÖRT! 2013-Jury und der Preisträger

von links nach rechts: Medienbildungsexpertin Claudia Lemke, Komponist/Sounddesigner Joachim Rudolph, Preisträger Mike Redman, Filmemacherin/Film-Editorin Sandra Trostel
Foto: Faranu



Die UNERHÖRT!-Jury 2013 hat gesprochen. Hier ist das Urteil:

Wir haben in den letzten zwei Tagen hier neun sehr unterschiedliche Filme sehen dürfen. An all diesen Filmen war die Leidenschaft für den jeweiligen Gegenstand der Beobachtung erkennbar, ein Pathos im besten Sinne, eine Sorge, ein ‚dran-Sein’, ein ‚den-Blick-nicht-abwenden-Wollen’. Was bei dieser leidenschaftlichen Beschäftigung passiert, wenn ein vornämlich im Imaginären angesiedeltes Verlangen, wie im Falle von Toms Spicers Verlangen, sein Idol Lars Ullrich (Metallica) zu treffen, auf Gedeih und Verderb ins Reale gehoben werden soll, demonstrierte uns der Film von Kate und William Spicer MISSION TO LARS. Auch in BUEBE GÖ'Z TANZ von Steve Walker kommt ein Zusammenbruch auf dem Weg von einer Idee zu ihrer Realisation vor, und gleich hört man die Zitate aus den Filmen zum Thema der Ideen und des Gedanklichen im Verhältnis zu den Dingen da draußen. „Du kannst so viel denken, wie Du willst,“ sagt ein Bandmitglied aus Ines Pletikos Film HOW WE ENTERED EUROPE - THE SexA CASE, „du wirst da keine Lösung herbeidenken können“. Dies Zitat kommt am Ende des Films, der sehr eindrucksvoll die Erfahrung der Band schildert, die als Gruppe von Zagreb nach Amsterdam zieht und ihre direkte Verstrickung mit dem Zeit- und Weltgeschehen, mit Balkankrieg und holländischer alternativer Szene darstellt. Was hängen bleibt von diesem Film ist der Umgang der Bandmitglieder mit den Komplexitäten ihrer Lebenswelt und die Weigerung gegenüber den Versuchen der anderen, die realen Verstrickungen durch Ideenmanöver aus dem Weg zu räumen.

Bei Viola Rusches und Hauke Harders Film über Alvin Lucier NO IDEAS BUT IN THINGS findet sich die Thematik der Verbindung zwischen dem Himmel der Ideen und dem Boden des Materiellen bereits im Titel. Alvin Lucier rät, vom Material und seiner Expressivität auszugehen. Der Komponist verwahrt sich gegen das romantische Bild eines Künstler-Genies, der sich ‚ausdrückt’. Diese Idee des sich ausdrückenden Künstlers führt wohl oder übel zur Suche nach der ‚Bedeutung’ eines Kunstwerks außerhalb seiner selbst, beispielsweise in der Biographie oder gar in der Psyche des Künstlers selbst. Dass die Absage an eine solche Bedeutungssuche nicht dem Ende der Kunstvermittlung gleichkommt, demonstriert dieser Film eindrücklich.

Vom Traum, als Musiker im Rampenlicht zu stehen und von den "12 Geboten", die auf dem Weg dorthin bedacht werden sollten, erzählt Andreas Steinkoglers WELCOME TO THE MACHINE, und fernab von der Musik ex machina sucht Ulrike Koch in REGILAUL - MUSIK AUS DER LUFT die musikalische Brücke zwischen Himmel und Erde. Um ein Bemühen der Musik ‚von unten’ geht es im Genre des russischen Gansterliedes, dem Blatnjak, den Peter Rippel uns in seinem Film KEIN VERTRAUEN. KEINE ANGST. UM NICHTS BITTEN vorstellt. Fernab von russischen Traditionen versuchen sich die Mitglieder einer jungen mazedonischen Band in Gjorgji Janevskis Film IF NOBODY IS PLAYING daran, untereinander zu klären, wie es für sie mit dem ‚Ausdrücken’ steht und was das gesprochene Wort damit zu tun hat.

Um das gesprochene Wort, um Zitate, um vorgefundenes Material und seine Expressivität geht es auch in Mike Redmans SAMPLE: NOT FOR SALE. Bei diesem Film ist dieses passionierte Drinsein, dieser Pathos wirklich umwerfend. This guy loves this stuff. Unabhängig vom Gedanken der Verwertbarkeit hat Mike Redman sieben Jahre an diesem Film gearbeitet. Das ist Pathos im besten Sinne. Da kann man sich vorstellen, wie er mitten in crates mit zusammen gesammelten Interview- und Filmclips wie ein Wilder sucht, ordnet, sortiert und zusammenmixt. Was dabei rüberkommt, ist kein Plattmachen der Materie von Seiten einfacher Ideen her, sondern eine schillernde Darstellung des sampling im HipHop. Dabei entsteht in einer Geste der Verneigung vor der Musikgeschichte ein Sog, der vom Material ausgeht.

Der Preis für den "UNERHÖRT! Besten Musikfilm 2013 geht an einen Film, der mit großer Leidenschaft in sein Sujet eintaucht. Er behandelt ein Thema, das in 2000 Jahren Kulturgeschichte nach wie vor nicht an Aktualität verloren hat: Das sampling.

An Mike Redmans Film SAMPLE: NOT FOR SALE hat uns beeindruckt, wie akribisch und liebevoll die Einzelteile gesucht, gefunden und zusammengefügt worden sind. Der Film wird dadurch selbst ein audiovisuelles Werk aus samples. Form und Inhalt finden hier zusammen. Wir waren drin und haben uns gefreut. Großartig!

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von links nach rechts: Stammkunde, Mike Redman,
UNERHÖRT!-Leiter Ralf Schulze, Jury-Mitglied Claudia Lemke
Startschuss UNERHÖRT! 2013
UNERHÖRT! geht 2013 in die 7. Runde!
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Am 1. Wochenende im Mai, zwischen Freitag, dem 3.5., und Sonntag, dem 5.5., gibt es wieder reichlich Gelegenheit, Musik auf der Leinwand zu erleben, und zwar in Hamburgs schönstem Kiez-Kino, dem B-Movie.

13 Filme aus sieben Produktionsländern spannen den für UNERHÖRT! typischen Bogen über alle möglichen Musikstile und filmischen Formen.

Am Freitag gibt es zweimal bewegende Geschichten und zweimal haufenweise Experten-Meinungen:
Der britische Beitrag MISSION TO LARS erzählt von einer sehr besonderen Reise eines Fans zu seinem Idol.
Der anschließende Film BUEBE GÖ'Z TANZ aus der Schweiz begleitet monatelang den kreativen Prozess eines einmaligen Crossover-Projekts zwischen Rock und Modernem Tanz.
Danach geht es in WELCOME TO THE MACHINE aus Österreich um die Bedingungen für Erfolg im Musik-Business.
Der Abend wird beschlossen mit den Guerilla-Interviews von SAMPLE: NOT FOR SALE - in diesem Film aus Holland stehen Größen des HipHop Rede und Antwort zur Frage nach dem Umgang mit digital geborgter Musik.

Am Samstag steht facettenreiches Osteuropa im Fokus:
Die Schweizer Produktion REGILAUL - LIEDER AUS DER LUFT widmet sich estländischer Gesangstradition und wie sie heutzutage gelebt wird.
Ausnahme im Ost-Schwerpunkt am Samstag bildet NO IDEAS BUT IN THINGS - THE COMPOSER ALVIN LUCIER, ein in Deutschland produziertes Porträt des US-amerikanischen Komponisten und Cage-Gegenspielers Lucier.
Auch KEIN VERTRAUEN, KEINE ANGST, UM NICHTS BITTEN ist in Deutschland hergestellt worden, doch geht es hier um die Geschichte russischer Gangsterlieder zwischen 1960er Sowjet-Zeiten und heutigen Tagen behaupteter Demokratie.
Mit einem Doppelpack zweier Ein-Stunden-Filme aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens geht der Samstag zu Ende:
IF NOBODY IS PLAYING beobachtet die abstinenten Post-Punk-Vegetarier von BERNAYS PROPAGANDA in ihrem an grotesken Begebenheiten nicht armen mazedonischen Alltag.
HOW WE ENTERED EUROPE - THE SexA CASE erzählt, was aus Sedativa ex Apoteka wurde. Die Band aus Zagreb/Kroation war in den 80er Jahren einer der beliebtesten Acts des jugoslawischen Post-Punk-Undergrounds, als es sie kurz vor Ausbruch des Balkankriegs 1991 nach Holland verschlägt.

Diese neun Filme nehmen auch am UNERHÖRT!-Wettbewerb um den besten Musikdokumentarfilm 2013 teil.

Der Sonntag gehört dann anderen Formaten:
Bereits am Nachmittag eröffnen wir mit WORK IN PROGRESS eine neue Reihe mit Rohschnitten von Musikfilm-Projekten, die noch nicht fertiggestellt sind und die bei UNERHÖRT! und unter Mitwirkung von Gästen aus dem Film- und Musikgeschäft öffentlich diskutiert werden sollen - interaktives Kino mit einer spanischen Diva zwischen Folklore und Jazz (La PERLA DEL MAR) und einer Techno-DJane (MEDITATIONS ON THE DANCEFLOOR)!
In THE RETURN OF UNERWARTETES SINGEN IN FILMEN findet die letztes Jahr erfolgreiche Veranstaltung mit zahlreichen, klug und humorvoll kommentierten Ausschnitten aus Spielfilmen ihre logische Fortsetzung.
Zur Vergabe des UNERHÖRT!-Preises verneigen wir uns einmal mehr vor dem in Hamburg lebenden Dokumentarfilmregisseur Klaus Wildenhahn und zeigen seine zwei Filme über den Jazz-Organisten Jimmy Smith aus dem Jahr 1965.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Filmen findet Ihr unter PROGRAMM !

Photo: Marley Marl (c) Ilja Meefout (SAMPLE: NOT FOR SALE, Fr, 3.5., 23:00)
UNERHÖRT! 2013 - Es geht weiter: 03. - 05. Mai 2013
Nächste Runde:
7. Hamburger Musikfilmfestival UNERHÖRT!,
vom 3. bis zum 5. Mai 2013 im b-movie
Am ersten Mai-Wochenende 2013 geht UNERHÖRT! zum siebten Mal seit 2007 an den Start. Wir freuen uns auf ein neues Programm voller Filme um das Thema Musik!

Ab sofort - und noch bis zum 15.3.2013 - können wieder Filme eingereicht werden (s. unser Anmeldeformular unter "Filmeinreichung").

Filme über Musik haben in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung der Aufmerksamkeit erfahren. Sie sind nicht nur im Fernsehen und auf Filmfestivals zu sehen, sondern verstärkt auch dort, wo sie eigentlich hingehören: in den Kinos.
Diesen Prozess hat UNERHÖRT! aktiv mit angestoßen und es ist unser Anspruch, auch in diesem Jahr wieder das stark zu machen, was unsere Veranstaltung von Anfang an ausgezeichnet hat: der Blick auf Vielfalt.
Wir interessieren uns weiterhin für Musik in allen Erscheinungsformen und Lebenslagen, für unterschiedlichste Machart nicht nur der Musik, sondern auch der Filme selbst.
Von Schlager bis Punk, von Country bis Zwölfton, vom Kurz-Spielfilm zur Musikerbiografie, vom Fanszenen-Bericht zur experimentellen Tournee-Doku - UNERHÖRT! interessiert sich für alles, was spannend ist, was etwas Besonderes einfängt oder etwas auf besondere Weise zeigt.

Unsere Filme schauen darauf, wie Musik gemacht wird und wer sie macht und auch darauf, wer sie dann wie hört.
Unsere Filme feiern Musik nicht einfach bloß ab, sie fragen auch nach Zweck und Ziel und Wirkung.
Unsere Filme zeigen Musik als Spiegel für größere Zusammenhänge, als Schlüssel zur Welt.
Oder um mit Kraftwerk zu sprechen: "Es wird immer weiter gehen, Musik als Träger von Ideen."

Der Film, der in diesem Sinn die unabhängige UNERHÖRT!-Jury am meisten überzeugt, kann auch 2013 wieder etwas gewinnen. Wie in den Jahren zuvor stiftet UNERHÖRT!-Partner AKRA einen Preis für den besten Musikfilm.

Wir freuen uns auch auf die nächsten drei Tage Bild- und Klangrausch im schönen b-movie, dem mehrfach preisgekrönten Kiez-Kino auf St. Pauli!
Zuletzt hat das b-movie übrigens den Kinopreis 2012 des Deutschen Kinemathekenverbunds gewonnen, und zwar in der Kategorie "Kommunales und soziales Engagement des Kinos vor Ort"!
UNERHÖRT! gratuliert nachträglich.

Last but not least freuen wir uns auf das bunte, diskussionsfreudige und sehr treue UNERHÖRT!-Publikum!
Kommt wieder zahlreich! Und: Spread the news!
UNERHÖRT! Bester Musikfilm 2012
Das Lied der Dinge - Bester Musikfilm 2012
Die Jury von UNERHÖRT! 2012 möchte von den 11 Wettbewerbsbeiträgen (Aufnahmekriterium: Produktionsjahr 2010 oder später) drei Filme des diesjährigen Festivalprogramms besonders hervorheben. Jeder dieser drei Filme hätte den Hauptpreis verdient. Zweimal wird deshalb eine besondere Erwähnung ausgesprochen für Filme, die sich bereits einer großen öffentlichen Wertschätzuung auf internationalen Filmfestivals erfreuen.

1. lobende Erwähnung: LAGOS - NOTES OF A CITY
Der Film von Jens Wenkel beeindruckt durch seinen besonderen Blick. Hier gehen eigene Erfahrungen auf Regieseite eine äußerst fruchtbare Kooperation mit dem geübten Sehen durch den kinematographischen Apparat auf Kameraseite ein. Es zeigt sich, dass komplexe Realitäten durch profunde Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort in Kombination mit klug und sensibel gehandhabten Kameraoperationen vermittelbar werden können.
Musik spielt in dem Film eine wichtige, doch keineswegs die zentrale Rolle. Sie ist stets gegenwärtig, ganz konkret, aber auch als Metapher für den Drive einer Stadt, der die Verhältnisse und deren Bilder auf zum Teil Atem beraubende Weise im Fluß hält.

2. lobende Erwähnung: THE BALLAD OF GENESIS AND LADY JAYE
Der Film von Marie Losier verbindet auf spielerische Art, einem Bewusstseinsstrom gleich, Liebe, Leben und künstlerische Ausdruckskraft miteinander. Auf kluge und liebevolle Weise arbeitet der Film mit On- und Off-Verschiebungen, mit Asynchronitäten und Cut-up-Techniken. Synchron wird der Film durch die sich verschmelzenden Körper von Genesis und Lady Jaye - ein Film, der auf poetische Weise den Horizont und Blick auf das Leben weitet.

Der UNERHÖRT!-Preis für den besten Musikfilm 2012 geht an denjenigen der drei Jury-Favoriten, der womöglich den größten Nutzen aus diesem Preis ziehen kann, nämlich an den Hochschul-Abschlussfilm
DAS LIED DER DINGE -
VIER KONZERTE UND EIN PIANO MIT HELMUT BIELER-WENDT
von Nils Menrad.

Die Begründung der Jury:
Der Film hat uns überzeugt, weil er nicht ein Film über jemanden oder etwas ist, sondern weil hier in der Zusammenarbeit von Filmteam und Komponist eine quasi kongeniale Reflexion entsteht. Zunächst profane Formen, Materialien und Architekturen werden auf ihr mediales Potenzial hin abgetastet. Den Rahmen bilden zwei etablierte Kunstorte, dazwischen Residuen einstiger industrieller Produktionsorte: ein Steinbruch und eine Nähwerkstatt (dass es sich dabei also bereits um den kulturellen Nachhall Europas handeln könnte, liegt nahe).
Die Jury prämiert mit DAS LIED DER DINGE den einzigen Film des diesjährigen UNERHÖRT!-Programms, bei dem sich das Filmische und das Musikalische durchdringen und gegenseitig hervorbringen.
UNERHÖRT! 2012
Die 5. Ausgabe des Hamburger UNERHÖRT! Musikfilmfestivals findet statt vom 11. - 13. Mai 2012 im B-Movie
Seit 2007 zeigt UNERHÖRT! in Hamburg Filme, die sich mit Musik beschäftigen. Vom 11. bis zum 13. Mai 2012, also am zweiten Mai-Wochenende diesen Jahres, geht UNERHÖRT! in die nächste Runde – und mit 15 Filmen um die Welt:
Der erste Tag steht im Zeichen von Black Music. Freejazz stößt auf HipHop - zwei Erfolgsgeschichten aus den USA -, danach folgt aktuelle digitale Musik aus Angola.
Der zweite Tag hat zwei Blöcke: Die ersten drei Filme zeigen, wohin die Reise so gehen kann, wenn man die Grenzen populärer Musik auszukundschaften aufgebrochen war. Industrial, Indie- und Post-Rock in the Western World, mit dazugehörigen Lebensentwürfen.
Der zweite Block führt dann nach Fernost, zu Begegnungen der anderen Art in China und Myanmar.
Der dritte Tag beginnt schon am frühen Nachmittag mit einer Reihe aktueller Filme zu Neuer Musik – drei Stunden über ausgewilderte Stimmen, offene Ateliers, Klangforscher und –werker in Deutschland und der Schweiz.
Wie sich Von-Musik-leben-Wollen anfühlt, wenn man es (noch) nicht kann, zeigt der vorletzte Film des Festivals.
Zum Ausklang die Rückkehr nach Afrika, ins Herz der nigerianischen Megacity Lagos, wo der Afrobeat den Pulsgeber macht in einem Alltag mit zahllosen Härten und verrückten Schönheiten.
Das UNERHÖRT! 2012-Programm besteht dieses Jahr komplett aus Dokumentarfilmen.
Nur ganz am Anfang gibt es eine sehr spezielle Ausnahme: Es freut uns, einen Vortrag mit reichlich Filmbeispielen über unvermitteltes Singen in Spielfilmen ankündigen zu können!

Ausführliches zu jedem einzelnen Film: s. "Programm"-Button!

UNERHÖRT! Beste Musikdoku 2011
Benda Bilili! ist die UNERHÖRT! Beste Musikdokumentation 2011
Der "UNERHÖRT! Beste Musikdokumentarfilm 2011" ist:

Benda Bilili!



Die Fachjury, bestehend aus Ale Dumbsky, Ruben Jonas Schnell und Holger True, begründete ihre Wahl wie folgt.

Der Film Benda Bilili! vom Regieteam Renaud Barret und Florent de La Tullaye folgt der Band „Staff Benda Bilili“ aus Kinshasa. Über einen Zeitraum von fünf Jahren begleiteten die Filmemacher die Musiker, deren Schicksal wie eine Ansammlung von Klischees klingt. Obdachlos und behindert in einem afrikanischen Land, das sich kaum vom Bürgerkrieg erholt.

Beeindruckt hat uns zunächst, dass es dem Filmteam gelungen ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Durchhaltevermögen, das ein solches Projekt verlangt, wurde letztlich mit dem Erfolg der Band in Europa belohnt, der dem Film einen schönen Höhepunkt beschert.

Handwerklich ist die Dokumentation sehr gut gemacht, sowohl was die Kameraführung, Fotografie als auch den Schnitt angeht. Was allerdings wirklich hervor sticht, ist die exzellente Dramaturgie. Als Zuschauer werden wir in den Bann der Charaktere und ihrer Geschichte gezogen. Sei es die Szene im abgebrannten Haus oder die zahlreichen Episoden des für die Protagonisten ganz normalen Straßenlebens. Schließlich waren wir gerührt vom großen Erfolg dieser Band in Europa. Barret und de La Tullaye haben es geschafft, eine ungewöhnliche Geschichte authentisch zu erzählen.

Hierfür vergeben wir die Auszeichnung "UNERHÖRT! Bester Musikdokumentarfilm 2011"


Taqwacore lobend erwähnt


Lobend erwähnen möchten wir außerdem den Film Taqwacore von Regisseur Omar Majeed. Ähnlich wie bei Benda Bilili! hat Majeed zur richtigen Zeit die Kamera in die Hand genommen und lässt uns dadurch an der Entstehung des Islampunks teilhaben. Im Film wird anschaulich gezeigt, wie sich eine neue musikalische Bewegung entwickelt. Das Publikum kann den Islam dabei ganz anders erleben, als er im täglichen, westeuropäischen Alltag wahr genommen wird.