Helmut Lachenmann

von
Wiebke Pöpel

Porträt des bekanntesten Lebenden
deutschen Komponisten für Zeitgenössische Musik

Wiebke Pöpel | Deutschland, Italien, Schweiz | 2020 | 90′ | dt. OF

Helmut Lachenmann, geboren 1935 in Stuttgart, hat in den letzten 50 Jahren mit seiner „Musique Concrète Instrumentale“ die zeitgenössische Musik weltweit geprägt – einer einzigartigen Geräuschpolyphonie, in der Geiger alle Teile ihrer Instrumente traktieren, Trompeter mit Backpapier knistern und auf mit Wasser gefüllten Hörnern gespielt wird.

Dieses filmische Porträt nähert sich Lachenmanns Musik und seiner Person auf sinnliche Weise. Es zeigt den Komponisten bei der Interaktion mit Musikern und Dirigenten, lässt uns teilhaben an den Abenteuern des kreativen Schaffens, aber auch am Denken dieses Künstlers, an der Weise, wie er persönlich seine Arbeit, diverse biographische Entscheidungen und Erinnerungen formuliert, kommentiert, kontextualisiert – in einer Lebensphase, in der das Ende greifbar wird. Der Film lebt von der einnehmenden Persönlichkeit seines Protagonisten, der uns mit seiner zugewandten Art, seiner Selbstironie und seinem schwäbischen Humor ans Herz wächst.

Lachenmann ist bei Proben mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern zu sehen, zu Hause in Leonberg, auf den Spuren seiner Lehrzeit bei Luigi Nono in Venedig und am Opernhaus Zürich, wo seine Gudrun-Ensslin-Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ als Ballett inszeniert wird. Schließlich begleiten wir den Komponisten in sein Refugium hoch über dem Lago Maggiore, an den Ort, wo all seine Werke bis heute entstehen.

Helmut Lachenmann - My Way